Neues rund ums Stillen
Eine zu Beginn des Jahres veröffentlichte australische Studie beschäftigte sich mit dem Zusammenhang zwischen durch die Behörden dokumentierte mütterliche Misshandlungen ihres Kindes und der Dauer ihrer Stillzeit. Die Studie begleitete 7223 Mutter-Kind-Paare über einen Zeitraum von 15 Jahren. Nach Ausschluss verschiedener möglicher beeinflussender Faktoren wie z.B. sozioökonomischem Status, postpartaler Arbeitslosigkeit, mütterlicher Depression, gewollter bzw. ungewollter Schwangerschaft usw. wurde für nichtgestillte Kinder ein 2,6mal höheres Risiko für physische oder psychische Misshandlung gegenüber gestillten Kindern festgestellt. Das Risiko korrelierte auch mit der Länge der Stillzeit. Dies galt insbesondere für Vernachlässigung des Kindes als spezielle Ausprägung mütterlicher Misshandlung.
Das Stillen hatte keinen Einfluss auf Misshandlungen der Kinder durch andere Personen.
Hier gehts zur englischen Studie: KLICK
In einer japanischen Studie wurde untersucht, inwieweit der Geruch der Muttermilch der eigenen Mutter einen Effekt auf das Schmerzempfinden von Neugeborenen hat. In der Studie wurden Neugeborene während einer ärztlichen Routineuntersuchung mit Fersenblutabnahme in vier Gruppen unterteilt:
1. Eigene Muttermilch, 2. Fremde Muttermilch, 3. Formula-Nahrung, 4. Kontrollgruppe ohne Duft.
Es zeigte sich, dass die Kinder der ersten Gruppe während des Eingriffs anhand der aufgezeichneten Laute, Bewegungen und Grimmassen offenbar weniger Schmerzen empfanden als die Kinder jeder anderen Gruppe. Auch hatten sie einen niedrigeren Cortisol-Spiegel im Speichel als die Kinder der Kontrollgruppe. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass der Duft der eigenen Muttermilch einen schmerzlindernden Effekt auf Neugeborene hat.
Hier gehts zur englischen Studie: KLICK
Wie jedes Jahr findet auch in diesem Herbst wieder die Weltstillwoche statt, die allen Stillorganisationen und Verbänden ein großes Anliegen ist und eine Gelegenheit zur Öffentlichkeitsarbeit bietet. Dieses Jahr steht sie unter dem offiziellen weltweiten Motto: „Breastfeeding – A Vital Emergency Response – Are You Ready?“
Überall finden Aktionen rund um die Weltstillwoche statt – hier findet ihr eine Übersicht über Veranstaltungen in Deutschland unter dem Motto „Stillen ist lebenswichtig – bist Du dabei?“.
Auch in Österreich organisieren Verbände und Netzwerke Aktionstage und Informations-veranstaltungen unter dem Motto „Stillen ist (über)lebenswichtig!“ Das österreichische Netzwerk Stillen hat dazu einen schönen Flyer erstellt, in dem anschaulich beschrieben wird, warum die Unterstützung des Stillens in Katastrophenfällen und Krisengebieten keineswegs nur Entwicklungsländer oder weit entfernte Regionen betrifft, sondern auch bei uns Beachtung finden sollte.







2 Kommentare »
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[...] Ehrlich gesagt kann ich mir nicht vorstellen, dass auch die forschungsfreudigsten Hersteller von Babynahrung etwas so komplexes wie Muttermilch nachbilden können – zumindest nicht mit dem heutigen Stand der Technik. Aber der Witz beim Stillen ist ja gerade, dass es dabei auch um die psychische Bindung zwischen Mutter und Kind geht, und auch die Rückbildungsphase bei der Mutter unterstützt. Eine australische Studie hat übrigens ergeben, dass gestillte Kinder weniger oft misshandelt werden als ungestillte Kinder. [...]
[...] war es ebenfalls eine australische Studie, die im letzten Jahr ergab, dass gestillte Kinder seltener misshandelt und vernachlässigt werden. Auch nicht wirklich überraschend, wenn ihr mich fragt – die [...]
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