Abenteuer Schwangerschaft

Abenteuer Schwangerschaft
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Das größte Abenteuer der Menschheit ist nicht etwa die Mondlandung oder eine Nordpolexpedition, sondern ein sich seit Jahrtausenden wiederholendes Ereignis, welches das Leben der betroffenen Menschen nachhaltig verändert: Die Schwangerschaft!

Eine Schwangerschaft verändert

Da werden plötzlich aus Workoholics sensible Meditierende, Schokoladensüchtige zu Ernährungsspezialisten und Sofakartoffeln treiben Schwangerschaftsgymnastik. Nichts wurde im Leben zuvor so dramatisch und hautnah erlebt wie die Veränderungen in der Schwangerschaft. Halten Frauen das positive Testergebnis in der Hand, beginnt tatsächlich ein neuer Lebensabschnitt und alles wird anders.

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Schon die ersten Schwangerschaftswochen können das Alltagsleben komplett durcheinanderbringen, obwohl noch nichts zu sehen ist, und der Fetus gerade mal die Größe eines Stecknadelkopfes hat. Übelkeit, bleierne Müdigkeit, Ziehen in den Brüsten oder im Unterleib treten bei vielen Frauen oft schon wenige Tage nach Ausbleiben der Menstruation auf.

Die Dauer einer Schwangerschaft

Rechnerisch beginnt die Schwangerschaft mit dem ersten Tag der letzten Regel – auch wenn man zu diesem Zeitpunkt logischerweise nicht schwanger sein kann. Dieser Tag dient jedoch der Berechnung des voraussichtlichen Entbindungstermins (ET), welcher 40 Wochen später liegt. Ganz einfach lässt sich der ET berechnen, indem man zum ersten Tag der letzten Menstruation 1 Jahr (=52 Wochen) hinzurechnet und dann zwölf Wochen davon abzieht. Mithilfe eines Kalenders ist dies recht leicht zu ermitteln. Dennoch ist der errechnete Termin nicht zwangsläufig auch Babys Geburtstag. Tatsächlich werden die meisten Babys bis zu zehn Tage vor oder nach dem errechneten ET geboren.

Die 40 Wochen der Schwangerschaft werden in drei Phasen unterteilt, die drei Trimester.

Hier ein grober Überblick

1.Trimester, 1. bis 12. Schwangerschaftswoche:

  • Erhöhtes Risiko einer Fehlgeburt.
  • Das Herz beginnt ca. ab der 7. Woche zu schlagen.
  • Viele körperliche Umstellungen, die zu Beschwerden führen können.

2. Trimester, 13. bis 27. Schwangerschaftswoche:

  • Wohlfühlmonate, in denen die Schwangere nur wenig von der Schwangerschaft beeinträchtigt ist.
  • Vorgeburtliche Untersuchungen wie Fruchtwasseruntersuchungen, 3D-Ultraschall, …
  • Das Ungeborene entwickelt seine Organe und beginnt sich durch Bewegungen bemerkbar zu machen.
  • Verschiedene Organe des Babys beginnen langsam zu funktionieren.

3. Trimester, 28. bis 40. Schwangerschaftswoche:

  • Zunehmende körperliche Einschränkungen durch Bauch und Gewicht.
  • Übungswehen
  • Das Baby legt an Gewicht zu, die Organe vervollständigen und ihre Funktionen verbessern sich.

Launenhaftigkeit verstehen

Auch emotional bringt eine Schwangerschaft Frauen tüchtig durcheinander. Ambivalente Gefühle wie Vorfreude auf das Baby und zugleich auch Angst vor der neuen Herausforderung (Werde ich eine gute Mutter sein?) sorgen für Stimmungsschwankungen und gerade die Beziehung zum Partner wird nun von Launenhaftigkeit überschattet. „Ich bin zurzeit nicht ich selbst!“, wundern sich dann viele Schwangere. Wichtig ist es daher, mit dem Partner zu sprechen, ihm zu erklären, dass hormonelle Veränderungen und die verständliche emotionale Verunsicherung die Ursache für gehäufte Überreaktionen sind. Viele Männer erleben die Schwangerschaft der Partnerin erst richtig mit, wenn der Bauch deutlich sichtbar gewachsen ist – dennoch bleiben sie Zaungäste. Darum ist es wichtig, sie von Beginn an einzbeziehen, über Veränderungen im Körper und der Seele zu informieren und auf dem Laufenden zu halten. Gerade weil der Mann keinen hormonellen Veränderungen ausgesetzt ist, bietet dieser Umstand auch die Chance, dass er seine Partnerin in dieser schwierigen Phase unterstützt.

Unsicherheiten überwinden

Die Frage nach „normal“ bestimmt nun den Alltag: „Ist dieses Ziehen normal?“ , „Ist es normal, dass ich Sodbrennen habe?“, „Sind Rückenschmerzen normal?“, „Entwickelt sich mein Baby normal?“ … je weiter der Körper sich verändert, desto mehr Verwirrung durchleben Frauen. Erstmals stehen sie in engster Verbindung zu ihren Körperfunktionen und nehmen alles intensiver wahr als je zuvor.

Sorge besteht auch um das Baby. Was könnte ihm schaden, was nutzen? Die Verantwortung für ein Kind beginnt schon lange vor der Geburt. Die richtige Ernährung, das richtige Verhalten im Umgang mit körperlicher Belastung, Vermeidung von toxischen Substanzen und Orten (von Wandfarbe bis Raucherzone) und vieles mehr schwirrt nun durch den Kopf einer Schwangeren. Die wichtigste Ansprechpartnerin bei all diesen Fragen ist die Frauenärztin oder betreuende Hebamme. Ein vertrauensvolles Verhältnis ist ausschlaggebend für eine entspannte Schwangerschaft. Wer bei Unsicherheiten fragen und ggfs. auch außerhalb der Vorsorgetermine anrufen mag, kann sich manche schlaflose Nacht ersparen.

Von der Möglichkeit, die Vorsorgeuntersuchungen durch eine Hebamme durchführen zu lassen, wissen viele Frauen leider nicht. Dabei bietet diese Alternative zum Arzt viele Vorteile: Die Hebamme nimmt sich meist mehr Zeit für Gespräche, oft kommt sie sogar ins Haus der Schwangeren. Sie ist evtl. auch für die Geburt des Babys verfügbar, so dass sich das über Wochen aufgebaute Vertrauen für eine entspannte Entbindung nutzen lässt.

Sich informieren

Gerade beim ersten Kind betreten Schwangere Neuland. Verständlich, dass man da noch kein Experte ist und viele Fragen hat. Während die Schwangerschaft von außen mit jeder Woche sichtbarer wird, weiß man dennoch zunächst wenig darüber, was im Bauch gerade passiert. Darum haben Schwangere einen großen Informationsbedarf, der durch entsprechende Bücher und in der heutigen Zeit auch gut im Internet z.B. durch online Schwangerschaftskalender befriedigt werden kann. Kalender mit gut recherchierten Informationen und Tipps zur Linderung kleiner und größerer Schwangerschaftsprobleme sind eine hilfreiche Ergänzung zu Hebammen und Ärzten. Wer versteht, was im Körper vor sich geht und wie sich das Ungeborene Woche für Woche entwickelt, ist gelassener und weiß, worauf zu achten ist. Während des 40-wöchigen Countdowns werden die Schwangere und ihr Partner regelrecht zu Spezialisten ausgebildet und auf das Baby vorbereitet.

Die Geburt

Am Ende der Schwangerschaft sehnen die meisten Frauen die Geburt herbei, obwohl sie diese zugleich auch fürchten. Einerseits ist der Bauch inzwischen so riesig und störend und die Neugier auf das Baby so groß, dass man die Geburt herbeisehnt. Andererseits ist die Angst vor dem Geburtsschmerz und die Sorge, das während der Entbindung etwas schief gehen könnte vorhanden. So oder so ist die Entbindung am Ende der Schwangerschaft unausweichlich, und es gilt, das Beste aus der Situation zu machen.

Ein sorgfältig ausgewählter Entbindungsort (Klinik-Kreißsaal, Geburtshaus oder Hausgeburt), eine vertraute Hebamme und ein unterstützender Partner sind die besten Zutaten für eine gute Geburt. Dennoch ist man nie vor Überraschungen gefeit und vielleicht ist die geplante Wassergeburt aus medizinischen Umständen nicht möglich oder das Baby muss zu seinem Schutz per Kaiserschnitt auf die Welt geholt werden. Was am Ende zählt, ist, dass die Eltern das Baby gesund in den Armen halten und das nächste Abenteuer beginnt: Eltern sein!

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