Alles Wichtige zum gesetzlichen Mutterschutz: Rechte und Pflichten

Alles Wichtige zum gesetzlichen Mutterschutz: Rechte und Pflichten

Mutterschutz: Arbeiten in der Schwangerschaft

Die Schwangerschaft schreitet immer weiter voran und die Geburt ist nicht mehr fern – damit Dein Kind aber nicht am Arbeitsplatz zur Welt kommt, gibt es den gesetzlichen Mutterschutz. Aber das ist noch nicht alles: Mit dem Mutterschutzgesetz erhältst Du sowohl Rechte als auch Pflichten. Doch was bedeutet das genau? Für wen gilt das Gesetz und welche Schutzzeiten gilt es zu beachten?

Die Aufgabe des gesetzlichen Mutterschutzes

Das Mutterschutzgesetz richtet sich an alle schwangeren Frauen, die in einem Arbeitsverhältnis stehen. Das heißt aber nicht, dass Du Dich in einem Vollzeit-Job befinden musst – auch wenn Du beispielsweise als Heimarbeiterin oder Hausangestellte arbeitest, Dich in einer geringfügigen Beschäftigung oder in der Ausbildung befindest, erhältst Du Mutterschutz.
Am 4. Mai 2016 hat das Bundeskabinett zudem eine Neuregelung des Mutterschutzes beschlossen, die künftig unter anderem vorsieht, schwangere Schülerinnen und Studentinnen einzubeziehen.
Der Kern des Mutterschutzes ist es, werdenden Müttern und ihrem Kind Schutz vor Gefährdungen, Überforderung oder Gesundheitsschädigungen am Arbeitsplatz zu gewährleisten. Darüber hinaus verhindert der Mutterschutz finanzielle Einbußen sowie den Verlust des Arbeitsplatzes – und das für einen bestimmten Zeitraum.

Schutzzeiten: Ab wann gilt der Mutterschutz?

Ganz allgemein regelt sich der Mutterschutz bei einer unauffälligen Schwangerschaft wie folgt: Sechs Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin darfst Du nicht beschäftigt werden – außer Du erklärst Dich ausdrücklich dazu bereit – und acht Wochen nach der Geburt gilt Beschäftigungsverbot.
Bei Frühgeburten oder Mehrlingsgeburten verlängert sich der Mutterschutz nach der Geburt auf zwölf Wochen. Zudem gilt bei einer Frühgeburt, dass sich die Schutzfrist um die Tage verlängert, die vor der Geburt nicht in Anspruch genommen werden konnten – durch die vorzeitige Entbindung gehen Dir also keine Tage verloren, sie werden einfach an die normale Schutzfrist angehängt.
Darüber hinaus gibt es individuelle Mutterschutzfristen. Solche liegen beispielsweise dann vor, wenn der Arzt ein Fortführen der Beschäftigungen als gefährdend einstuft. Und auch für werdende Mütter, die bestimmten Beschäftigungen wie Akkord-, Fließband- oder Nachtarbeit nachgehen, gelten eigene Beschäftigungsverbote.

Finanzieller Ausgleich während des Mutterschutzes

Um während des Mutterschutzes keinen finanziellen Verlust zu erleiden, gibt es das Mutterschaftsgeld. Dieses wird von den gesetzlichen Krankenkassen gezahlt und steht demnach Frauen zu, die
• in einem Arbeitsverhältnis stehen und
• gesetzlich krankenversichert sind.
Die Höhe des Mutterschaftsgeldes errechnet sich allgemein nach dem Durchschnittsverdienst der letzten drei Monate abzüglich der gesetzlichen Abgaben. Die Krankenkassen übernehmen pro Kalendertag bis zu 13 Euro, der Rest wird vom Arbeitgeber übernommen.

Anspruch auf Urlaub bleibt erhalten

Das Beschäftigungsverbot gilt offiziell als Beschäftigungszeit. Das heißt, der Arbeitgeber darf Dir während der Freistellung nicht den Urlaub kürzen – nicht genommene Urlaubstage verfallen auch nicht, sondern können nach Ablauf der Mutterschutzfristen im aktuellen oder nächsten Jahr in Anspruch genommen werden. Der Anspruch bleibt selbst dann erhalten, wenn Du nach dem Mutterschutz in Elternzeit gehst – den Urlaub kannst Du im Anschluss nehmen.

Besonderer Kündigungsschutz während und nach der Schwangerschaft

Wer schwanger ist, der kann (in der Regel) nicht gekündigt werden. Einzige Voraussetzung: Deinem Arbeitgeber muss zum Zeitpunkt der Kündigung die Schwangerschaft bekannt gewesen sein. Wer das verpasst hat, kann seinem Arbeitgeber das aber noch innerhalb von zwei Wochen nach Zugang der Kündigung mitteilen.
Der besondere Kündigungsschutz gilt übrigens nicht nur während Deiner Schwangerschaft, sondern auch vier Monate nach der Entbindung. Hier muss dem Arbeitgeber der Entbindungstermin bekannt sein.

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