Babys Entwicklung im ersten Lebensjahr

Babys Entwicklung im ersten Lebensjahr

Es ist das lehrreichste Jahr im Leben eines Menschen und nie wieder wird so viel in so kurzer Zeit erreicht. Während ein Baby in den ersten Wochen noch wie ein Laib Brot in seiner Wiege liegt, kann es bis zum Ende des ersten Lebensjahrs kommunizieren, sich fortbewegen und sogar seine Eltern kommandieren.

Die ersten drei Monate: Bonding

Mit Beginn der Geburt lernt das Baby die soziale Kontaktaufnahme. Beim Trinken blickt es tief in die Augen der Mutter, merkt sich ihr Gesicht, kennt ihren Geruch und ihre Stimme. Es ist beruhigt durch ihre Gegenwart und schon nach wenigen Wochen wird aus einem unwillkürlichen Lächeln ein bewusstes Anlachen der Bezugspersonen. Solch ein Babylächeln lässt Herzen schmelzen und schlaflose Nächte vergessen, es ist die größte Belohnung für Eltern und sichert dem Baby die Versorgung durch die Eltern.

-Anzeige-

Zunehmend nimmt das Baby seine Umgebung wahr, seine Sinne bessern sich und somit kann es immer mehr sehen und hören. Die Zuordnung dieser Sinneseindrücke wird sich in den folgenden Monaten verbessern.

Monat 4 bis 6: Kommunizieren und Begreifen

Glucksen, kieksen, lallen und brabbeln – Babys beginnen ihre Stimme zu entdecken und probieren sie fleißig aus. Lautes Lachen ergänzt das Lächeln und endlos gelallte Laute hallen durch die Räume: ba-ba-ba oder ma-ma-ma und da-da-da …

Das Baby entwickelt auch seine manuellen Fähigkeiten: Es beginnt zunächst damit, nach Gegenständen zu schlagen, später damit sie zu befühlen und danach zu greifen. Was viele Eltern nicht wissen: Auch das bewusste Loslassen muss erst gelernt werden.

Was das Kind in der Hand hat, landet jetzt fast immer auch im Mund, denn Babys fühlen gern mit dem Mund. Hinzu kommt, dass in diesen Monaten bei vielen Babys die Zähne einschießen. Wenngleich sie zunächst nicht sichtbar durch den Gaumen stoßen, so ist das Einschießen für viele Babys schmerzhaft und dann kann das Kauen auf Gegenständen oder den kleinen Fingerchen ein wenig Linderung oder wenigstens Ablenkung schaffen.

Manche Babys beginnen nun schon damit, sich auf den Bauch zu drehen, evtl. auch zurück auf den Rücken.

Monat 7 bis 9: Mobil werden

Vergleiche zwischen Babys finden immer statt. Sogenannte Krabbelgruppen dienen neben dem Erfahrungsaustausch mit anderen Eltern auch der Überprüfung, ob sich das eigene Kind im Vergleich zu anderen Kindern anders entwickelt. Allerdings gehen die Entwicklungen gerade in diesem Alter oft weit auseinander, und Vergleiche zwischen Altersgenossen sind daher nicht immer hilfreich. Die unterschiedlichen Charakterzüge der Kinder kommen jetzt zum Tragen: Der eine ist neugierig und draufgängerisch und legt es ehrgeizig darauf an, sich möglichst bald robbend und krabbelnd an den Ort seines Interesses zu begeben. Ein anderes Kind ist vielleicht ängstlicher und fühlt sich in Mamas Nähe am Wohlsten, dafür kommuniziert und beobachtet es vielleicht viel und versteht z.B. den Zusammenhang von Ursache und Wirkung. Darum sollten Eltern bei ihren Babys nach deren eigenen Schwerpunkten Ausschau halten und ihnen ein eigenes Tempo zugestehen. Wer dennoch z.B. die motorische Entwicklung vorantreiben möchte, sollte daran denken, dass das Baby dazu auch Gelegenheit und gute Voraussetzungen braucht. Ein Baby, das viel Zeit im Autositz oder einem Wipper verbringt, wird weniger Übungszeit zum Drehen oder Krabbeln haben. Auch kalte, harte Böden laden nicht immer zum Fortbewegen ein.

Eltern, die sich viel mit Fernseher, Computer oder Telefon die Zeit vertreiben, werden in der Regel weniger direkt mit ihrem Kind kommunizieren und somit seine sprachliche Entwicklung weniger vorantreiben. Wenngleich also jedes Baby sein eigenes Entwicklungstempo und seine Schwerpunkte aufweist, so kann gerade in diesem Alter das Schaffen guter Entwicklungsvoraussetzungen Schwächen ausgleichen und Fähigkeiten fördern.

Monat 9 bis 12: Unabhängiger werden

Mit zunehmender Mobilität und der Erkenntnis, dass es eine von der Bezugsperson getrennte Persönlichkeit ist, streben Babys am Ende des ersten Lebensjahrs zu mehr Unabhängigkeit und provozieren erste Konflikte, z.B. indem sie wiederholt die Zeitschriften-Sammlung zerpflücken, obwohl das Wort „Nein“ im Raum steht und sehr wohl schon verstanden wird. Stur wird an dem festgehalten, was es gerade will. Dabei lernt es nun, welche Konsequenz sein Verhalten hat. 
Eltern, die in ihrem Verhalten variieren und das Kind heute von den Zeitschriften entfernen, morgen darüber nur den Kopf schütteln und nächstes Mal die Zeitschriften hoch legen, machen Babys Leben interessant und die Zeitungen damit erstrebenswerter. Besser ist es, wenn mit gleichbleibender Reaktion deutlich machen, welches Verhalten die Eltern erwarten und das Kind so lange immer wieder von den Zeitschriften entfernen, bis es das Spiel leid ist und sich anderen Dingen zuwendet.

Viele Babys lernen um den ersten Geburtstag herum entweder an Möbeln oder frei zu laufen. Aber auch wenn sie es erst ein halbes Jahr später schaffen, ist das noch im Rahmen und kein Anlass zur Sorge. Neben der Koordination müssen auch die Muskeln hierfür entwickelt werden und gerade Kinder mit höherem Gewicht brauchen mehr Kraft um sich längere Zeit aufrecht zu halten.

  • Wie viele Kinder, in welchem Alter prozentual welche Fähigkeiten erreicht haben, können Eltern im interaktiven Entwicklungskalender erfahren.
  • Ein ausführliche Beschreibung einzelner Entwicklungsschritte und Förderungsmöglichkeiten für jede Woche des ersten Lebensjahrs gibt es im wöchentlichen Entwicklungskalender von Hallo-Eltern.de.

-Anzeige-

Kommentar verfassen