Die richtige Zahnpflege während der Schwangerschaft

Die richtige Zahnpflege während der Schwangerschaft

„Ein Zahn pro Kind“ heißt es in einem alten Sprichwort über die Zahngesundheit schwangerer Frauen. Ganz richtig ist das heute nicht mehr, denn dieses Sprichwort entstand in einer Zeit, in der Schwangere mit Vitaminen und Mineralstoffen schnell unterversorgt waren. Der Körper nahm sie sich aus den Zähnen –  und diese litten. Trotzdem kann die Zahngesundheit durch die Schwangerschaft beeinträchtigt werden. Wie Sie das verhindern können und welche Zahnpflege jetzt richtig für Sie ist, erfahren Sie hier.

Warum leiden die Zähne unter der Schwangerschaft?

In der Schwangerschaft verändern sich viele Faktoren, die auch Ihre Mundgesundheit beeinflussen. Aufgrund der hormonellen Umstellung wird Ihre Mundschleimhaut stärker durchblutet. Sie reagiert schmerzempfindlicher, kann anschwellen und bietet so eine ideale Eindringnische für Bakterien. Dies kann die Entwicklung von Plaque und Zahnstein fördern. Das geänderte Milieu begünstigt die Bildung von Zahnfleischerkrankungen und kann letztlich zu Karies führen. Ein weiteres Problem stellt das Schwangerschaftserbrechen dar unter dem viele Frauen in den ersten Schwangerschaftswochen leiden. Eine Zahnbürste kann hier schnell zu einem Würgereiz führen. Durch das Erbrechen wird Magensäure freigesetzt, die wiederum die Zahnhartsubstanz angreift und so zur Demineralisation derer führt. Dies begünstigt wiederum die Entstehung von Karies.

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Welche Zahnpflege-Routinen brauchen Schwangere?

Regelmäßige und konsequente Zahnpflege ist auch während einer Schwangerschaft die Grundlage für die Gesundhaltung von Zähnen und Zahnfleisch. Somit sollten Sie während Ihrer Schwangerschaft mindestens morgens und abends die Zähne putzen. Wenn Sie es zeitlich einrichten können, dann gerne auch dreimal täglich.

Die Zahnreinigung sollte mit einem geringen zeitlichen Abstand nach den Hauptmahlzeiten erfolgen. Sie sollten diese mit einer handelsüblichen Zahnpasta und einer weichen Zahnbürste mit abgerundeten Borsten durchführen, um das empfindliche Zahnfleisch nicht zu verletzen. Ergänzend dazu können Sie einmal pro Woche mit einer besonders fluoridhaltigen Spezial-Zahnpasta die Zähne putzen. Ihrem Baby schadet das nicht und Ihren Zähnen verleiht das einen besonders wirksamen Schutz. Es gibt auch fluoridhaltige Mundspülungen, die Sie nach Angabe des Herstellers verwenden können. Des Weiteren sollten Sie einmal täglich abends die Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder Interdentalbürsten reinigen.

Sollten Sie Lust auf Süßes als Zwischenmahlzeit verspüren, empfiehlt sich anschließend das Kauen eines zuckerfreien Kaugummis. Das Kauen des Kaugummis regt den Speichelfluss an und verhindert so, dass der Zahn anfälliger für Karies ist.

Wie oft müssen Schwangere zum Zahnarzt?

Während der Schwangerschaft empfehlen viele Krankenkassen häufigere Zahnarztbesuche und übernehmen auch die Kosten dafür. Normalerweise genügt es, jedes halbe Jahr den Zahnarzt zu besuchen.

Mit Bekanntwerden der Schwangerschaft machen Sie am besten den ersten außerplanmäßigen Vorsorgetermin bei Ihrem Zahnarzt aus. Er kann in diesem Rahmen eine professionelle Zahnreinigung durchführen, die Zähne untersuchen und Sie dahingehend beraten, was Sie jetzt beachten müssen. Er wird Ihnen hierbei empfehlen, wann Sie die nächste Untersuchung machen lassen sollten. Wichtig ist, dass der Zahnarzt von der Schwangerschaft weiß und über eventuelle Risikofaktoren aufgeklärt wird. Sprechen Sie vorab mit Ihrem Gynäkologen über den anstehenden Zahnarztbesuch und fragen ihn, ob der Zahnarzt etwas über Sie wissen muss, um Sie gefahrlos behandeln zu können.

Sollten umfangreichere Behandlungsmaßnahmen an den Zähnen anstehen, kann es sein, dass Ihr Zahnarzt die Behandlung dieser auf einen Zeitpunkt nach der Entbindung verlegt.

Was können Sie zur Zahngesundheit beitragen?

Bestenfalls kümmern Sie sich um eine konsequente und gute Mundgesundheit, indem Sie täglich die oben beschriebene Zahnpflegeroutine beherzigen und umsetzen. Sie sollten zudem von einen guten Zahnarzt beraten und über die Schwangerschaft hinaus regelmäßig betreut werden.

Eine vitamin-, mineralstoff- und ballaststoffreiche Ernährung mit wenig Zucker leistet ebenfalls ihren Beitrag. In der Schwangerschaft auf Süßes zu verzichten oder es nur einmal täglich kurz vor der Zahnreinigung zu essen, ist bei Gelüsten häufig nicht möglich und quält Sie nur unnötig. Essen Sie innerhalb der für Sie vertretbaren Grenzen und Rahmenbedingungen. Halten Sie sich dafür an Ihren Zahnpflegeplan und nehmen die Angebote zur Zahngesundheit an die vor allem auch Ihre Krankenkasse für Sie bezahlt. Achten Sie darauf, was die Zähne machen, wo es vielleicht wehtut und an welchen Stellen sie nicht ganz gesund aussehen. Bei Anzeichen wie Verfärbungen, auffälligen dunklen Flecken oder schmerzendem Zahnfleisch sollten Sie lieber früher als später den Zahnarzt aufsuchen – auch, wenn das keinen Spaß macht. Je früher Sie im Ernstfall behandelt werden können desto kleiner bleiben auch die Schäden, die eine Schwangerschaft an Ihren Zähnen hinterlassen kann.


Über die Gastautorin:
“Dr. Christine Voslamber ist Fachärztin für Kieferorthopädie und Inhaberin der Voslamber-Praxis für Kieferorthopädie (https://kieferorthopaede-in-berlin.de) in Berlin-Wilmersdorf. Ihre Behandlungsschwerpunkte umfassen die Arbeit mit der hochinnovativen unsichtbaren Zahnspange Invisalign®, die Schlafapnoe- und Schnarchtherapie mittels Unterkieferschiene und die ästhetische Kieferorthopädie in jedem Alter.”

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