Mein Kind ist krank – was soll ich tun?

Mein Kind ist krank – was soll ich tun?

Kinder, insbesondere im Kindergartenalter, fangen sich bis zu zwölf Mal jährlich eine Erkältung (grippaler Infekt) ein. Dies ist zwar lästig, bietet jedoch in der Regel keinen Grund zur Sorge. Das Immunsystem der Kleinen ist noch nicht so ausgereift wie bei einem Erwachsenen, so sind sie deutlich anfälliger für Erkältungsviren. Was Du im Krankheitsfall tun kannst, damit es Deinem Sprössling schnell wieder besser geht und wann Du einen Arzt konsultieren solltest, erfährst Du hier.

Woran erkenne ich, dass es meinem Kind nicht gut geht?

Eine Erkältung äußert sich im Großen und Ganzen bei Kindern und Erwachsenen gleich: Die Nase und der Hals jucken zu Beginn der Infektion, im weiteren Verlauf setzen Schnupfen, Halsschmerzen und Husten ein. Im Gegensatz zu Erwachsenen bekommen Kinder jedoch bei einer Erkältung oft sehr schnell leichtes Fieber. Dafür sind sie weniger abgeschlagen als die Großen: Auch wenn Sie erkältet sind, verhalten sie sich meist ganz normal. Sie spielen und toben, als wäre alles in bester Ordnung.

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So wird es für Eltern häufig schwierig einzuschätzen, wie krank ihre Sprösslinge wirklich sind. Aufschluss gibt hier meist nur das Fieberthermometer.

Das hilft bei Husten, Schnupfen und Co.

Das A und O ist ausreichend Schlaf und Ruhe, wenn es darum geht, die Erkältung in den Griff zu bekommen. Dies ist bei Kindern leichter gesagt als getan, wollen die meisten doch trotz Krankheit spielen und nicht im Bett bleiben. Sorge dennoch unbedingt für einen ruhigen Tagesablauf. Verzichte darauf, mit Deinem Kind für mehrere Stunden das Haus zu verlassen. Es sollte jederzeit schlafen können, wenn es müde ist. Im Krankheitsfall darfst Du auch gerne einmal eine Ausnahme machen und Dein Kind länger fernsehen lassen als üblich. So bleibt es in der Regel ruhig sitzen oder liegen.

Zudem können Hausmittel und sanfte Arzneien die Genesung unterstützen:

  • Grundsätzlich sollte Dein Kind viel trinken, das löst den festsitzenden Schleim in den Bronchien. Gut geeignet sind lauwarme Tees aus Salbei oder Spitzwegerich, die bei Bedarf mit Honig gesüßt werden können.
  • Bei Schnupfen helfen abschwellende Nasensprays mit Meersalz*. Diese sind in der Regel schon für Kinder ab einem Jahr geeignet. Bitte lese hierzu die Packungsbeilage oder erkundige Dich bei Deinem Apotheker.
  • Gegen das Kratzen im Hals helfen Lutschpastillen oder Kräuterbonbons, die den Speichelfluss anregen. Größere Kinder können auch Kamillentee gurgeln, wenn sie denn die Technik beherrschen.

Besondere Vorsicht ist bei ätherischen Ölen wie Menthol, Campher oder Eukalyptus geboten.

Enthalten in Balsams zum Einrieben oder als Zusatz bei Dampfinhalationen können sie bei kleinen Kindern Atemstillstände auslösen. Erkundige Dich deshalb zuvor auf jeden Fall bei Deinem Kinderarzt, ob Du bereits ätherische Öle bei Deinem Kind anwenden darfst.

Im Zweifel solltest Du lieber darauf verzichten!

In diesen Fällen solltest Du mit Deinem Kind einen Arzt aufsuchen

Manchmal breiten sich die Erkältungsviren im Körper immer weiter aus oder zu den Viren kommt noch eine weitere Infektion mit Bakterien hinzu (sogenannte Superinfektion). Dann entwickelt sich eine harmlose Erkältung zu einer schwerwiegenden Infektion weiter.

Ein Schnupfen beispielsweise kann sich leicht auf die Nasennebenhöhlen ausweiten. Bemerkbar macht sich eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) bei Kindern durch eitrigen Schnupfen und heftigen Reizhusten, der vor allem nachts auftritt. Letzteres ist zurückzuführen auf das zähe Sekret, das im Liegen aus den Nasennebenhöhlen hinunter in der Rachenraum läuft und dort einen Hustenreflex auslöst. Solltest Du den Verdacht hegen, dass Dein Kind unter einer Sinusitis leidet, ist ein Arztbesuch angebracht.

Gleiches gilt bei einer Mittelohrentzündung. Auch diese kann sich aus einem gewöhnlichen Schnupfen heraus entwickeln, wenn die Viren von der Nase aus über die sogenannte Ohrtrompete in das Mittelohr gelangen. Die Folge sind starke Ohrenschmerzen. Betroffene Kinder weinen für gewöhnlich sehr laut und halten sich die Ohren zu.

In diesen Fällen solltest du außerdem zu einem Kinderarzt gehen:

  • Bei hohem Fieber oder einer erhöhten Temperatur, die länger als drei Tage anhält.
  • Wenn das Kind auffällig teilnahmslos und schlapp ist.
  • Wenn die Erkältungsbeschwerden mehr als eine Woche anhalten.
  • Wenn sich das ausgehustete Sekret rötlich färbt, also Blut beigemischt ist.

Auch wenn Du keine dieser Symptome bei Deinem Kind bemerkst, solltest Du immer dann zum Arzt gehen, wenn Du generell beunruhigt oder Dich unsicher in Deiner Behandlungsmethode bist. Insbesondere bei kleinen Kindern kann man nie vorsichtig genug sein.

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