Babyphone Ratgeber: Auf was muss ich achten?

Babyphone Ratgeber: Auf was muss ich achten?

Multi-Talent Babyphone – Welche Funktionen machen wirklich Sinn?

Das Babyphone ist ein unverzichtbarer Helfer für junge Eltern, denn es gibt dir die nötige Sicherheit, dass es dem Kleinen auch wirklich gut geht. Dabei werden die kleinen technischen Helfer immer vielseitiger und bieten, neben der rein akustischen Überwachung, eine Fülle von zusätzlichen Funktionen (siehe Babyphone Testübersicht).

Aber nicht alle Erweiterungen werden tatsächlich benötigt. Welche Funktionen wirklich sinnvoll sind und auf welche man durchaus verzichten kann, beleuchten wir in den nachfolgenden Abschnitten.

Mit oder ohne Kamera?

Neben der reinen Geräuschüberwachung bieten einige Modelle auch eine Videoüberwachung an. Dabei ist in die Babyeinheit eine Kamera integriert, welche ein Livebild des Babys erfasst und auf das Display der Elterneinheit überträgt. Je nach Modell lassen sich weitere Kameras anschließen, so dass sich mehr als ein Kind und/oder verschiedene Räume überwachen lassen.

Viele Eltern schätzen das beruhigende Gefühl, wenn sie ihren Liebling nicht nur hören, sondern gleichzeitig sehen können. Allerdings hat die Video-Funktion ihren Preis: Babyphones mit Kamera sind ca. 50-60% teurer, ihre Akkulaufzeit ist aufgrund des Displays geringer und die Reichweite

i.d.R. nicht so hoch wie bei den rein akustisch arbeitenden Modellen.

Ob mit oder ohne Kamera muss jedes Elternpaar für sich entscheiden. Unbedingt notwendig ist eine zusätzliche Videoüberwachung nicht, aber sie gibt vielen Paaren ein besseres Gefühl. Welche Funktionen hingegen unverzichtbar sind, erfährst du im nächsten Abschnitt.

Welche Funktionen sollte ein Babyphone besitzen?

Geräuschaktivierte Einschaltautomatik (VOX)

Die VOX-Funktion sorgt dafür, dass das Babyphone kein Dauersender ist, sondern erst nach Überschreitung eines definierten Geräuschpegels, die Übertragung startet. Das verringert den Energiebedarf und minimiert darüber hinaus den vom Babyphone produzierten Elektrosmog (Strahlung).

Viele Geräte unterstützen dabei eine individuelle, mehrstufige Konfiguration der Ansprechschwelle.

Lautstärke Elterneinheit

Die Lautstärke der Elterneinheit sollte sich in mehreren Stufen einstellen lassen. Einige Babyphone Geräte verfügen leider nur über eine voreingestellte, nicht änderbare Lautstärke. Diese ist dann manchen Eltern zu leise, anderen vielleicht zu laut, da Lautstärke bekanntlich unterschiedlich wahrgenommen wird.

Eine stufenlose bzw. mehrstufige Einstellungsmöglichkeit ist deshalb empfehlenswert.

Optische Geräuschpegelanzeige

Neben der akustischen Ausgabe der Geräusche ist auch eine optische Darstellung sinnvoll. Höherwertige Babyphones verfügen dazu über spezielle LEDs auf der Elterneinheit, die den aktuell im Kinderzimmer vorherrschenden Geräuschpegel durch die Aktivierung dieser LEDs entsprechend visualisieren.

Ergänzend dazu sollte das Babyphone über einen Vibrationsalarm verfügen, so dass auch in lauten Umgebungen (Staubsaugen, Musik hören etc.) gewährleistet ist, dass man stets auf dem Laufenden ist und keinen „Hilferuf“ verpasst.

Warnleuchte Akku-Stand

Während die Babyeinheit i.d.R. direkt an das Stromnetz angeschlossen ist, wird die mobile Elterneinheit mit Akkus betrieben. Hier sollte man einerseits darauf achten, dass das Akku-Modul austauschbar ist (sprich nicht fest verbaut) und zudem die Elterneinheit über eine entsprechende

Warnleuchte verfügt, welche einen niedrigen Akku-Ladestand rechtzeitig signalisiert.

Automatische Kanalwahl

Baby- und Elterneinheit sollten sich automatisch auf einen Funkkanal einigen, ohne dass ein manueller Eingriff notwendig ist. Moderne Babyphones, die den DECT Standard zur Datenübertragung verwenden, verfügen über diese Fähigkeit. Bei analogen Babyphones hingegen sind die Eltern selbst für die Konfiguration eines freien Kanals (aus einer begrenzten Anzahl verfügbarer Kanäle) verantwortlich. Das kann vor allem in Mehrfamilienhäusern zu Kanalüberschneidungen führen und man hört dann schon mal das Baby des Nachbarn anstelle des eigenen aus dem Babyphone.

Übertragungsqualität und Reichweite sind bei DECT Babyphones i.d.R. ebenfalls besser als bei ihren analogen Geschwistern. Ein häufig angebrachtes Gegenargument zur digitalen Übertragung ist die erhöhte Strahlung (Elektrosmog). Allerdings hat Stiftung Warentest dazu folgendes festgestellt:

„Die gemessenen Feldstärken lagen bei allen Geräten weit unter den Grenzwerten gemäß Bundes- Immissionsschutzgesetz. Nach derzeitiger wissenschaftlicher Kenntnis besteht keine Gesundheitsgefahr.“

Quelle: Stiftung Warentest Babyphone Test 05/2015

Reichweitenkontrolle

Das Babyphone sollte dich unmittelbar warnen, falls du den Empfangsbereich verlässt. Moderne Geräte verfügen dazu über eine automatische Reichweitenkontrolle, die in regelmäßigen Abständen die Funkverbindung prüft und ggf. einen Signalton auslöst.

Denn was nützt die beste Überwachung, wenn die Alarme nicht da ankommen wo sie hin sollen?

Welche weiteren Funktionen sind sinnvoll?

Gegensprechfunktion

Mit Hilfe der Gegensprechfunktion können Eltern in direkten Kontakt mit dem Baby treten. Dazu drückst du, analog zu einem Walkie-Talkie, die Sprechtaste und die elterliche Stimme wird im Kinderzimmer über die Babyeinheit ausgegeben.

Häufig trägt die vertraute Stimme zur ersten Beruhigung des Babys bei. Allerdings sollte man auf eine gute Ausgabequalität der Babyeinheit achten.

ECO Modus

Hier lässt sich keine pauschale Aussage treffen, da viele Hersteller eigene Vorstellungen davon haben, was ein ECO Modus leisten soll oder auch nicht. Philips passt z.B. bei seinen Avent Babyphone* Modellen (SCD 580 und 560) die Sendeleistung dynamisch an die aktuellen Gegebenheiten an. Je näher sich Baby- und Elterneinheit sind, desto geringer fällt die Sendeleistung aus. Umgekehrt steigt die Sendeleistung wieder, wenn sich die Geräte voneinander entfernen.

Auf diese Weise wird die vom Babyphone ausgehende Strahlung reduziert und Energie eingespart.

Temperaturfühler

Damit Babys einen gesunden Schlaf finden, sollte die Raumtemperatur zwischen 16 und 18 Grad Celsius liegen. Ein Temperaturfühler misst den aktuellen Wert und überträgt ihn an die Elterneinheit.

Dort kann dann optional ein Alarm ausgelöst werden, falls die Raumtemperatur die eingestellten Schwellwerte unter- bzw. überschreitet. Auf diese Weise ist gewährleistet, dass Temperaturschwankungen unmittelbar erkannt werden.

Auf was kann man verzichten?

Zusatzfunktionen gibt es in Hülle und Fülle. Die meisten davon sind „nice to have“, aber nicht wirklich notwendig, um eine sichere Babyüberwachung zu gewährleisten.

Nachtlicht

Ein in die Babyeinheit integriertes Nachtlicht sorgt für eine mehr oder minder dezente Beleuchtung des Kinderzimmers. Falls ein Nachtlicht gewünscht ist, sollte sich dieses über die Elterneinheit aktivieren und deaktivieren lassen.

Schlaflieder

Einige Babyphones verfügen über eingebaute Schlafmelodien. I.d.R. kann man zwischen 3 bis 5 Melodien wählen, die über den Lautsprecher der Babyeinheit ausgegeben werden. Man sollte darauf achten, dass die Steuerung (Start/Stopp) über die Elterneinheit erfolgt.

Luftfeuchtigkeitsmesser

Zusätzlich zum Temperaturfühler bieten einige Hersteller auch einen Luftfeuchtigkeitsmesser an. Diese Funktion wird aber nur in den seltensten Fällen tatsächlich benötigt.

Pager

Über die Pager-Funktion kann eine evtl. verlegte Elterneinheit wiedergefunden werden. Dazu betätigt man einen Knopf an der Babyeinheit und anschließend meldet sich die Elterneinheit per Signalton (sofern es ihr Akku noch zulässt).

Timer

Mit Hilfe der Timer-Funktion können Alarme für die nächste Babyfütterung eingestellt werden. Für besonders vergessliche Eltern eine nette Funktion, die sich jedoch genauso über einen Wecker oder das eigene Smartphone realisieren lässt.

Ladeschale

Nicht unverzichtbar, aber dennoch bequem ist eine Ladeschale für die Elterneinheit, in die man das Gerät zum Auftanken der Akkus abstellen kann.

Fazit: Achte auf die Kernfunktionen

Der kurze Überblick zeigt, dass sich die Hersteller allerlei zur Überwachung des Neugeborenen haben einfallen lassen. Aber nicht alles ist wirklich „lebensnotwendig“.

Achte beim Babyphone Kauf vor allem darauf, dass das Gerät der Begierde die wichtigsten Grundfunktionen zur Babyüberwachung besitzt und so die Sicherheit deines Kindes gewährleistet. Einige Erweiterungen erleichtern darüber hinaus den stressigen Elternalltag. Ob man sich diese Annehmlichkeiten leistet, hängt letztendlich vom eigenen Geldbeutel ab.

4 thoughts on “Babyphone Ratgeber: Auf was muss ich achten?

  1. Sehr schöner Artikel. Ich bin auf der Suche nach einem passenden Babyphone auf diesen Blog gestoßen. Auch bei uns ist es bald das erste mal soweit, dass wir ein Babyphone benötigen :-). Aber so wirklich entscheiden können wir uns nicht. Wir haben jetzt schon verschiedene Quellen durch wie z.B. den letzten Test von Stiftung Warentest (https://www.test.de/Babyphones-Klassische-Geraete-besser-als-Webcams-und-Apps-4840875-0/) oder auch http://www.babyphone.eu/ aber so richtig für ein Modell können wir uns noch nicht festlegen, vor allem weil mein Mann ein Babyphone mit Kamera möchte und ich eher nicht. Mal schauen wie wir uns am Ende geeinigt bekommen 🙂

  2. Ein interessanter Artikel der über alle wichtigen Funktionen eins Babyphones berichtet und alle technischen Möglichkeiten aufzeigt. Ein weiterer interessanter Aspekt ist das Thema „plötzlicher Kindstod“. Ich habe in meinem Blog eine kurze Zusammenfassung für vorbeugende Maßnahmen geschrieben: http://www.baby-sensormatte.de/sids-vorbeugende-massnahmen/
    Bei mir wird das Thema angesprochen: Atemüberwachung der Kinder im Babybett. Auch hier gibt es verschiedenste Meinungen über diesen Ansatz. Wer sich etwas einlesen möchte, kann das sehr gerne hier tun: http://www.baby-sensormatte.de/

  3. Zuerst haben wir uns das NUK 10256296 gekauft, ging leider garnicht…das hat extrem spät angeschlagen…das Baby musste schon total brüllen. :-/
    Jetzt haben wir das Philips Avent SCD603/00 und ich muss sagen ich bih sehr sehr zufrieden.
    Schlägt gut an, man sieht gut was…auch wenns total dunkel ist. Das war uns das Wichtigste! Halt ein “normales Babyphone” mit Video-Bild, ohne Schnick Schnack.

  4. Hallo
    toller Beitrag. Wie Matilde unten schon schreibt, hatten wir eigentlich auch das NUK oder das Philips Avent ins Auge gefasst. Aber wenn du von dem NUK abrätst und mit dem Avent sehr zufrieden bist, dann schauen wir nach dem Babyphone.

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