Mit Durchhaltevermögen zum Stillerfolg

Hier eine mutmachende Erfolgsgeschichte von Maddy exklusiv für euch:

Meine Tochter ist nun fast 1 ½ Jahre alt.

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Als ich mit ihr schwanger war, habe ich mich vorher schon mit dem Thema stillen beschäftigt. Es war für mich wichtig, dass mein Kind gestillt wird. Das es Komplikationen oder Schwierigkeiten geben kann wusste ich vorher, aber es kam dann alles ganz anders.

Vier Tage vor dem errechneten Geburtstermin kam meine Tochter zur Welt. Als sie auf der Welt war und wir entspannt und glücklich im Kreißsaal lagen, sagte die Hebamme zu mir, dass ich ja mal probieren kann sie anzulegen. Obwohl ich viel gelesen hatte und mich vorher informiert habe wusste ich nicht wie ich es jetzt machen sollte. Hilfesuchend schaute ich die Hebamme an, die mich freundlich anlächelte und sagte: „Das schaffst du schon!“. Dann ging sie.
Also gut, ich habe es dann einfach ausprobiert und sie hat tatsächlich getrunken und nichts tat weh. Ich hatte vorher gelesen, wenn das erste mal klappt ist es der beste Start für eine gute Still-Beziehung.
Nach vier Stunden bin ich duschen gegangen und habe unsere kleine Tochter angezogen. Mein Mann ist mit dem Auto vorgefahren und ich wurde von der Schwester nach unten begleitet. Um acht kam Hebamme Stefanie vorbei. Sie wollte nach uns sehen. Sie wollte gleich wissen ob ich sie schon angelegt habe. Ich beantwortete die Frage ganz stolz mit „Ja“ und wie toll es geklappt hat. Leider konnte ich nicht lange stolz sein, denn sie fragte mich verwundert und „Seit dem nicht mehr?“. Es war alles so neu und aufregend und sie war die ganze Zeit so still und da dachte ich, sie braucht nichts.

Hebamme Stefanie musste wieder los und legte mir nahe, sie regelmäßig anzulegen.

Nach dem der Milcheinschuss kam, bekam ich wunde Brustwarzen und das stillen wurde eine richtige Qual. Jedes mal wenn die Hebamme Stefanie da war, sagte ich ihr, dass ich Schmerzen habe. Sie wollte erst mal sehen wie ich sie anlege und da hatte ich wohl die falsche Technik. Sie hat mir gezeigt wie ich es machen soll und an meiner Brustwarze gezogen und gedrückt. Das war mir körperlich total unangenehm und ich fühlte mich gar nicht als Frau mit eigener Persönlichkeit, sondern nur als Nahrungsquelle für mein Kind die zu funktionieren hat. Von da an muss ich mich innerlich so gegen Hebamme Stefanie gesperrt haben, dass das anlegen nicht mehr funktionierte wenn sie dabei war. Meine Tochter hat sich weggedreht und wollte auch nicht. Sie hat bestimmt gemerkt wie unwohl ich mich gefühlt habe und mochte dann auch nicht mehr. Die Hebamme wirkte dabei auch einfach ungeduldig und hat keine Ruhe ausgestrahlt. Als das anlegen nicht mehr klappte hat sie mir eine Creme nach der anderen an geschleppt. Sie gab mir noch den Tipp die Brustwarzen mit Muttermilch einzuschmieren und ich sagte, dass ich nichts rausbekomme. Sie fragte mich ob sie mir das mal zeigen soll. Warum sollte ich nein sagen?! Also nahm sie meine Brustwarze und drückte kräftig und mein Körper durchfuhr ein großer Schmerz. In dem Moment nahm ich mir vor, dass ich das nicht machen werde, wenn es so weh tut. Leider nahmen Hebamme Stefanie und mein Mann meine Schmerzen nicht so ernst wie sie waren.

Es kam eine Nacht in der ich meine Kleine nicht mehr anlegen wollte, weil ich die Schmerzen nicht mehr aushielt. Mein Mann und ich gerieten darüber in einen Streit. Ich habe in meiner Verzweiflung gesagt, dann stille ich eben nicht wenn es nicht geht. Die Worte die mir mein Mann da antwortete werde ich leider nie vergessen „Willst du das sie ganz viele Allergien bekommt?“ Auch nach schon recht langer Zeit kommen mir heute noch die Tränen.

Ich nahm in dem Moment das erste mal Hebamme Stefanie spät Abends in Anspruch und sie war sichtlich genervt. Mein Mann sollte vorbei fahren und Stillhütchen abholen. Am nächsten Tag hatten wir einen Termin beim Kinderarzt und beim vorbeigehen an der Apotheke schrie uns eine Person hinterher. Hebamme Stefanie, die einen Gesichtsausdruck hatte wie eine garstige Lehrerin wenn ihre Schüler nicht artig waren. Sie wollte wissen wie die Nacht verlaufen ist und wir sollen nachher noch mal vorbei kommen.

Beim Arzt lief es dann auch nicht mehr. Die weniger freundliche Arzthelferin wollte von mir wissen warum die Kleine so schreit. Ich soll sie anlegen, aber das wollte und konnte ich nicht. Selbst die Stillhütchen verschafften mir keine Linderung. Dann war das Gewicht unserer kleinen Tochter runtergegangen und das fand sie nun gar nicht gut. Erst die Kinderärztin beruhigte mich und meinte das wir das schon wieder hinbekommen. Ich fühlte mich in dem Moment so schlecht und schuldig. Ich habe meine Gefühle auch der Kinderärztin mitgeteilt und sie sagte: „In dem Sie sich darüber Gedanken machen, zeigen Sie das sie keine schlechte Mutter sind!“ Diesen Satz werde ich nie vergessen.

Danach also zur Hebamme Stefanie. Sie legte mir ans Herz in der Apotheke eine Milchpumpe zu besorgen. Als ich anfing zu weinen haben mich beide (Hebamme und Mann) nur ausdruckslos angesehen. Ich habe meine Tochter ganz nah an mich gedrückt. Es war Freitag und meine Tochter gerade mal 1 ½ Wochen alt und ich konnte sie nicht alleine stillen. Am Wochenende hatte Hebamme Stefanie keinen Dienst und wurde durch Gudrun vertreten.

Am Samstag kam dann Hebamme Gudrun zu uns. Sie ging ganz anders mit uns und dem Baby um, als Hebamme Stefanie. Sie wollte sehen wie es mit dem anlegen klappt und entschied nach einiger Beobachtung, dass es das beste ist wenn ich solange abpumpe bis die Brustwarzen wieder richtig verheilt sind und dann soll ich erst wieder stillen. Als sie ging waren mein Mann und ich das erste mal beruhigt und entspannt. Von da an hatten wir die „Gute Gudrun“ und die „Schlechte Stefanie“. Sie kam dann auch noch mal am Sonntag und dabei fragte sie uns ob wir zufrieden sind. Ich glaube im nach hinein sie wollte uns ans Herz legen die Hebamme zu wechseln. Doch wir waren viel zu verunsichert. Der Gedanke ist mir auch schon gekommen, aber irgendwie bin ich nie den letzten Schritt gegangen und ich hoffte auf den Tag an dem sie nicht mehr kommt.

Nach dem Wochenende kam wieder Hebamme Stefanie und war plötzlich wie ausgewechselt. Ich glaube Sie hatte ein ernstes Gespräch mit der anderen Hebamme.

Nun war Weihnachten und am 2. Weihnachtstag hatte ich plötzlich Fieber und eine harte Brust. Also mussten wir ins Krankenhaus. Die Ärztin konnte nichts finden und wollte mich wieder nach Hause schicken, doch dieses mal blieb ich hart. Sie rang sich durch eine Blutuntersuchung zu machen. Nach drei Stunden warten kam das Ergebnis und das war auffällig. Also musste ich von nun an ein Antibiotika nehmen.

Mein Mann war komplett den ersten Monat für unsere kleine Tochter und mich da. Das Jahr war nun fast vorbei und ich musste nun so langsam daran denken die Kleine anzulegen. Mit der Hebamme Stefanie hatte ich sporadischen Kontakt und manchmal kam sie noch vorbei. Wir verabredeten im alten Jahr, dass ich sie anrufen soll wenn ich mich wieder traue die Kleine anzulegen und dann kommt sie sofort vorbei und unterstützt mich. Anfang des Jahre 2010 traute ich mich und legte meine Tochter wieder an. Meine Hebamme Stefanie ging nicht ans Telefon. Meine Brustwarzen schmerzten noch und ich legte sie einfach noch mal neu an. Das ziehen an den Seiten der Brüste war aber schlimmer. Ich vermutete das es keine echte Schmerzen waren sondern eher wie „Phantomschmerzen“. Erst am Abend rief mich die Hebamme zurück und wollte wissen warum ich sie angerufen habe. Unglaublich!!! Ich sagte ihr nun ist alles gut und ich habs jetzt. Nein, sie bestand darauf das ich noch mal ins Krankenhaus fahre zu einer Stillberaterin. Ich wollte es nicht, denn ich fand es nicht so toll wieder stundenlang mit meiner Tochter im Krankenhaus zu verbringen und dann waren die Wetterverhältnisse auch nicht so toll. Viel, viel Schnee und Glatteis…

Aber ich musste und so war es ein paar Tage später soweit und ich saß bei der Stillberaterin.

Ich sollte ihr (sowie einer angehenden Stillberaterin) meine ganze Geschichte erzählen. Es war gar nicht so leicht sich nach nur knapp einem Monat nach Beginn an alles zu erinnern. Auf ihrem Zettel entstand ein unheimliches gekrakel. Zumal sie die Namen der Ärzte, Medikamente, Salben etc. wissen wollte.

Dann sollte ich die Kleine anlegen und sie war total begeistert.

Sie sagte mir, dass ich total stolz auf mich sein kann. Das ganz allein geschafft zu haben ohne wirkliche Unterstützung. Kaum eine Frau würde diesen Weg gehen. Voller Erleichterung kamen mir die Tränen und ich wollte bescheiden abwinken. Doch sie und ihre Kollegin blieben dabei, dass ich das nicht vergessen soll und sie sich wünschen würden, dass viele Frauen auch nur halb so viel Durchhaltevermögen hätten wie ich.

Nach dem Gespräch habe ich erst realisiert was ich in den ersten Lebenswochen meiner Tochter durchgemacht habe und bewusst das ich einfach nur an mich selber glauben muss. Irgendwann verschwanden auch meine „Schmerzen“ an den Seiten und ich konnte Ende Januar endlich das stillen meiner Tochter genießen. Eigentlich wollte ich nur ein halbes Jahr voll stillen und dann aufhören. Es kam dann doch anders. Es sind noch zwei Monate länger geworden und dann konnte ich ohne Hilfsmittel von einem Tag auf den anderen abstillen. Meine Tochter hatte nur in der Nacht und am Morgen getrunken und so hatte meine Brust keine Probleme mit der Umstellung.

In sieben Wochen habe ich den errechneten Geburtstermin meines zweiten Kindes und dann bin ich dieses mal ganz auf mich alleine gestellt. Mein Mann und ich leben für ein Jahr in Amerika.

Mein Wunsch ist es dieses mal auch wieder ambulant zu entbinden und dann habe ich niemanden der mir reinredet oder an meiner Brust rumfummelt, geschweige mein Kind und mich in irgendeiner Form unter Druck setzt.

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One thought on “Mit Durchhaltevermögen zum Stillerfolg

  1. Bitte bitte liebe Mütter, wenn ihr Probleme mit dem Stillen habt, dann sucht euch unbedingt eine Hebamme, die sich nicht nur Stillberaterin nennt, sondern die Stillberatung wirklich explizit gelernt hat (z.B. zertifiziert nach IBCLC). Es macht einfach einen Unterschied, ob jemand nur auf die Erfahrungen seines eigenen Berufslebens zurück greifen kann, oder in regelmäßigen Fortbildungen von den Erfahrungen Vieler und aktuellen Forschungsergebnissen profitiert.
    Ich hatte eine solche zertifizierte Hebamme, die mir unglaublich ruhig und kompetent geholfen hat, und hätte ohne diese wahrscheinlich eine ähnliche Odyssee durchlaufen wie Gianna.

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