Milchpumpen und Fläschchen: Kaufen Sie nur, was wirklich notwendig ist!

Michael Horn / pixelio.deDas Schönste für Mutter und Baby ist es zu stillen. Es ist einfach und Sie haben die Milch für Ihr Baby immer dabei. Dennoch gibt es Situationen, in denen Mama von Baby getrennt ist. Sei es durch den Wiedereinstieg in den Beruf oder wenn Sie einfach nur mal ein paar Stunden Zeit für sich brauchen, um wieder zu Kräften zu kommen.

In solchen Fällen sind Muttermilchpumpen äußerst praktisch. Kann doch Baby auf diese Weise die nahrhafte Muttermilch zu sich nehmen, obwohl Mami gerade nicht in der Nähe ist.

Schwierig wird es nur, wenn es ans Aussuchen der passenden Milchpumpe geht. Lesen Sie weiter um zu erfahren, welche Kriterien Sie beim Kauf von Milchpumpen anlegen sollten…

Milchpumpen gibt es unendlich viele auf dem Markt. Prinzipiell unterscheidet man aber zwischen:

Handpumpen und elektrischen Pumpen.

Bei den elektrischen Milchpumpen gibt es wiederum einfache Milchpumpen und Doppel-Milchpumpen, die beide Brüste gleichzeitig abpumpen. Sie müssen nun überlegen, in welchen Situationen und wie häufig Sie abpumpen um die passende Milchpumpe für Ihre Ansprüche zu finden:

Pumpen Sie regelmäßig ab oder nur gelegentlich?

Für Gelegentliches Abpumpen z.B. wenn Sie ab und an mal am Abend ausgehen oder alleine einkaufen gehen möchten, genügt eine einfache Hand-Milchpumpe vollkommen.

Sind Sie regelmäßig häufiger (z.B. wenn Sie wieder beginnen zu arbeiten) von Ihrem Baby getrennt, empfiehlt sich die Anschaffung einer elektrischen Milchpumpe.

Doppelte Milchpumpe regt Milchfluss stärker an

Ob es nun eine einfache oder eine Doppelpumpe sein soll, ist mehr oder weniger Geschmackssache. Der Vorteil einer Doppelpumpe ist, dass man mehr Milch in kürzerer Zeit abpumpen kann und der Milchfluss mit einer Doppelpumpe stärker angeregt wird. Ein Nachteil ist hier aber sicher, dass eine Doppelpumpe größer und unhandlicher ist. Wenn Sie also viel unterwegs abpumpen, denken Sie daran, dass Sie alles immer mit sich tragen müssen.

Wenn Sie allerdings das Gefühl haben „Ihre Milch fliest sowieso nicht so gut“, dann sollten Sie auf eine Doppelpumpe zurückgreifen. Tendenziell bekommt man mit einer Milchpumpe eher weniger Milch aus der Brust als Baby das kann. Eine Doppelpumpe ist da effizienter aber auch teurer.

Läuft die Milch gut und sind Sie häufig unterwegs, ist eine einfache elektrische Milchpumpe ausreichend und auch praktischer. Das Zubehör passt in jede Wickeltasche und Sie müssen nicht eine spezielle Tasche für die Milchpumpe mit sich herumtragen.

Abpumptechnik sollte Baby imitieren

Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Milchpumpe den Saugrhythmus Ihres Babys möglichst gut nachahmt. Babys saugen zu Anfang erst schnell, um den Milchspendereflex auszulösen, später verlangsamen sie dann Ihren Saugrhythmus um möglichst viel Milch in kurzer Zeit zu erhalten. Ihre Milchpumpe sollte das ebenfalls tun.

Achten Sie auch darauf, dass Sie den Saugrhythmus zu Beginn des Abpumpens manuell steuern können. Jedes Baby hat einen anderen Rhythmus. Ihre Brust ist daran gewöhnt und spendet dann mehr Milch, wenn dieser möglichst dem Ihres Babys angepasst ist.

Problem: Fläschchen und Stillbabys

Zunächst einmal: Jedes Baby ist anders. So viele Gedanken Sie sich auch um das richtige Zubehör zum Füttern machen, so kann es trotzdem passieren, dass Ihr Baby das Fläschchen ganz verweigert oder nicht mehr an der Brust trinken möchte. Dies liegt dann allerdings meist nicht am Fläschchen, sondern hat andere Gründe. Am besten lassen Sie sich dann von einer erfahrenen Hebamme oder Stillberaterin beraten. Hier aber ein paar Tipps, wie Sie die Chancen erhöhen, dass es „klappt“:

  • „Üben“ Sie mit Ihrem Baby das Trinken aus dem Fläschchen schon recht bald. Wenn Sie wissen, Sie sind darauf angewiesen, dass Baby irgendwann aus der Flasche trinkt, dann beginnen Sie ab der 4. – 6. Lebenswoche damit, regelmäßig Muttermilch aus dem Fläschchen zu Füttern.
  • Sollte das Füttern nicht funktionieren, wenn Sie es selbst machen, lassen Sie diese Aufgabe einen Verwandten, eine Freundin oder Ihren Partner übernehmen. Manche Babys verstehen nicht, warum Sie denn jetzt aus so einem „Plastikding“ trinken sollen, wenn die weiche Brust direkt nebenan ist.
  • Pumpen Sie anfangs in der „Übungsphase“ immer nach einer Stillmahlzeit ab und sammeln Sie die Milch. Pumpen Sie direkt vor der Mahlzeit ab und Baby verweigert dann die Flasche, können Sie dann nicht mehr „nachstillen“. (Achtung: Niemals warme Milch auf kalte kippen, sondern immer erst abkühlen lassen, da sonst die Verkeimung der Milch gefördert wird.)

Trotz aller Tipps kann es sein, dass es mit dem Fläschchen dennoch nicht klappt. Versuchen Sie daher sich von vornherein darauf einzustellen und alternative Möglichkeiten zu schaffen. (Bspw. Dass Sie mit Ihrem Arbeitgeber absprechen, dass Sie zum Stillen in die Kindertagesstätte fahren dürfen.)

Eigenschaften des Fläschchens

Wichtig ist es außerdem, dass das Stillzubehör ein paar bestimmte Eigenschaften aufweist, um die Wahrscheinlichkeit für Stillprobleme durch paralleles Füttern zu verringern:

Saugerform

Der Sauger sollte der Form der mütterlichen Brustwarze nachempfunden sein, also eine runde Form haben.

Lochgröße

Wählen Sie bei Stillkindern für Muttermilch eine kleinere Lochgröße des Saugers. Es ist viel einfacher aus einer Flasche Milch zu trinken, als aus der Brust. Daher sollte sich Ihr Baby auch beim Fläschchen Trinken anstrengen müssen.

Bisphenol A

Bisphenol A steht im Verdacht gesundheits- und erbgutschädigend zu sein. In manchen Ländern ist die Verwendung von Bisphenol A bereits verboten.

Achten Sie daher beim Fläschchenkauf auf den Hinweis „Bisphenol A frei“ oder „BPA frei“. Ein beliebter Bisphenol A freier Kunststoff ist Polypropylen. Flaschen aus Polypropylen können Sie ganz leicht an dem matten, leicht milchigen Material erkennen. Ein weiteres Erkennungsmerkmal ist das Zeichen Recycle 5 und/oder PP auf dem Boden der Flasche.

Wie viele Fläschchen benötige ich?

Das kommt ganz darauf an, wie häufig Sie füttern. Auch wenn Sie selten füttern, sollten Sie mindestens 3 Fläschchen haben.

Wenn Ihr Baby den ganzen Tag von einer anderen Person betreut wird, sollten Sie genau so viele Fläschchen anschaffen, wie Ihr Baby Mahlzeiten zu sich nimmt (in der Regel 6-8), denn normalerweise wäscht bzw. sterilisiert man das Zubehör einmal täglich.

TIPP: Verwenden Sie zum Transport und zur Aufbewahrung Muttermilchbeutel. Das ist im Endeffekt wesentlich preisgünstiger als Fläschchen zur Aufbewahrung zu kaufen. Außerdem sind die Beutel schon steril, so dass das Verkeimungsrisiko auf ein Minimum reduziert wird.

Kompatibilität zur Milchpumpe

Ideal ist es, wenn Sie die Fläschchen auch direkt auf Ihre Milchpumpe aufschrauben können. Dann ersparen Sie sich nämlich lästiges Umkippen der Milch und das ständige Reinigen des „Pumpfläschchens“.

Sie können übrigens auch direkt in den Muttermilchbeutel abpumpen. Stülpen Sie dafür einfach den Muttermilchbeutel unten über die Milchpumpe und halten ihn fest. Ein Fläschchen verwenden Sie in diesem Fall nicht. Sie sparen sich dadurch die häufige Reinigung des Fläschchens und es geht keine Milch verloren durch das Umfüllen.

Autorin: Anne Herzberger

Anne Herzberger ist Redakteurin und Mitbegründerin von babynatur.de – dem Webshop von Müttern für Mütter. Das Besondere: Es gibt dort nur ausgewählte Produkte, die von erfahrenen Müttern erprobt und empfohlen wurden.

Darüber hinaus stehen den (werdenden) Müttern über das Mütter-Blog und den babynatur.de-Shop viele hilfreiche Infos und Testergebnisse zur Verfügung. Die Testergebnisse schreiben zum größten Teil die babynatur Mütter. Jeder kann sich bewerben: babynatur stellt die Produkte gratis zur Verfügung, im Gegenzug schreibt die Testerin einen kurzen Erfahrungsbericht. Bewerbungen hier.

3 thoughts on “Milchpumpen und Fläschchen: Kaufen Sie nur, was wirklich notwendig ist!

  1. Die aufgefangene Milch kann zudem eingefroren und wieder aufgewärmt werden. So bleibt sie immer frisch und die Vitamine und Mineralien sind für den Säugling in genau der richtigen Menge vorhanden.

  2. Hallo,
    ein weiteres Problem ist, dass viele billig Pumpen nicht richtig funktionieren, bzw. nicht das halten was sie versprechen. Auf meinem blog teste ich die gängigen Modelle auf Herz und Nieren. Vielleicht ist das für die ein oder andere interessant.
    Lieben Gruß
    Petra

  3. Hi,

    das sind wirklich sehr hilfreiche Tipps. Ich habe damals eine Handmilchpumpe gelegentlich genutzt, hauptsächlich aber die elektrische Milchpumpe. Ich würde aber die Anschaffung beider Milchpumpen nicht empfehlen, die elektrische reicht vollkommen!

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