Mein Baby hat Durchfall – was tun?

Erich Kasten / pixelio.de

Mein Baby hat Durchfall – was tun?! Mit diesen hilfreichen Tipps kannst du das Problem gut eingrenzen. Ein Arzt sollte jedoch immer aufgesucht werden.

Auch wenn die Antikörper in der Muttermilch dem Baby einen Schutz vor vielen Krankheiten bieten, kommt es manchmal vor, dass gestillte Kinder Durchfall haben. Durchfall erkennst du an folgenden Symptomen.

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  • zwölf bis 16 Stuhlentleerungen innerhalb von 24 Stunden,
  • wässrige, substanzlose Stühle,
  • der Stuhl riecht unangenehm.


Hat das Baby kein Fieber oder sonstige Krankheitsanzeichen, ist sein Stuhl jedoch anhaltend grün und wässrig, kann dies ein Zeichen dafür sein, dass das Baby zu früh von einer Brust zur anderen gewechselt wird. Zu diesem sogenannten “Oversupply Syndrom” kann es kommen, wenn ein Baby zu viel von der wässrigen, laktosereichen Vordermilch und nicht genügend von der fettreichen, nahrhaften Hintermilch erhält. Vermutlich regt zu viel Laktose den Verdauungstrakt an, so dass die Milch zu schnell weiterbefördert wird, was zu einem wässrigen, grünen Stuhl führt. Ein weiteres Anzeichen für das “Oversupply Syndrom” ist eine langsame Gewichtszunahme, obwohl die Mutter viel Milch bildet.

Normalerweise sind bei einem gestillten Baby mit leichtem Durchfall keine besonderen Maßnahmen erforderlich. Möchte ein Baby etwas trinken, so gilt wie üblich, dass es Muttermilch erhalten sollte. Da Muttermilch so schnell verdaut wird, nimmt selbst ein Baby, das sich erbricht und unter Durchfall leidet, etwas von der Flüssigkeit und den in der Milch enthaltenen Nährstoffen auf. Nur bei Säuglingen, die mit künstlicher Säuglingsnahrung ernährt werden, kann es manchmal von Vorteil sein, bei Durchfallerkrankungen die Milch (vorübergehend) wegzulassen.

Bei einem gestillten Baby hört Durchfall gewöhnlich nach wenigen Tagen wieder auf. Gelegentlich aber verursacht Durchfall bei Babys und Kleinkindern ernstere Probleme. Die Darmschleimhaut wird gereizt und entzündet sich, sie verliert Flüssigkeit, und die Nährstoffe werden zu schnell durch den Körper transportiert. Der Wasser- und Mineralstoffverlust kann zu einer Dehydrierung und schließlich zu einem Schock führen. Folgende Anzeichen weisen auf eine mögliche Dehydrierung hin (bitte sofort an einen Arzt wenden, falls der Verdacht einer Austrocknung besteht):

  • Teilnahmslosigkeit und Verschlafen der Fütterungszeiten,
  • Schläfrigkeit,
  • kraftloses Schreien,
  • Elastizitätsverlust der Haut (stehende Hautfalten),
  • Mundtrockenheit, Trockenheit der Augen,
  • weniger Tränen als normalerweise,
  • sehr geringe Urinausscheidung (weniger als zwei nasse Windeln innerhalb von 24 Stunden),
  • eingesunkene oder eingedrückte Fontanelle (die weiche Stelle am Kopf des Babys),
  • Fieber.

Die beste Art, einer Dehydrierung vorzubeugen, besteht darin sicherzustellen, dass das Baby viel Flüssigkeit erhält. Bei einem kranken Stillkind geht das am besten durch häufiges Anlegen.


Was sind die häufigsten Ursachen für Durchfall?

Eine der häufigsten Ursachen für anhaltenden Durchfall, insbesondere bei Kleinkindern, wird manchmal als “vorübergehende (oder zeitweise) Laktoseintoleranz” bezeichnet. Dr. William Sears benutzt für diese Art von Durchfall in seinem Buch “Safe and Healthy” (1989) den treffenden Ausdruck “lästiger Durchfall”.

“Lästiger Durchfall” kann als Folge

  • einer Darmerkrankung,
  • einer Behandlung mit Antibiotika,
  • der Umstellung von Milchnahrung auf Erwachsenenkost auftreten.

Dadurch kann die Darmschleimhaut des Kindes gereizt und anhaltender Durchfall verursacht werden. Bei dieser vorübergehenden Störung heißt die Antwort: abwarten, nicht abstillen. “Lästiger Durchfall” wird wieder aufhören – üblicherweise innerhalb von zwei bis vier Wochen -, und es ist dabei weder notwendig noch hilfreich abzustillen. Tatsächlich hat sich herausgestellt, dass sich in diesem Fall, ebenso wie bei Durchfällen aus anderen Gründen, die Krankheitsdauer durch Stillen verkürzt.

Eine weitere mögliche Ursache für “lästigen Durchfall” liegt in übermäßigem Genuss von Fruchtsaft. In diesem Fall sollte eine Verringerung der Fruchtsaftmenge oder das vollständige Weglassen des Saftes den Durchfall beenden. Es wurde festgestellt, dass zu viel Fruchtsaft bei einigen Kleinkindern zu Mangelernährung beiträgt, da der Saft andere Nahrungsmittel verdrängt. Untersuchen zufolge sollte man seinem Kleinkind nicht mehr als 120 ml Fruchtsaft pro Tag geben.

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StillBlog :Ich bin Vater von zwei wunderbaren Jungs und ich unterstütze die natürlichste Sache auf der Welt: das Stillen. Ihr findet mich auch bei Facebook, Twitter,

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