Der Mutterpass

Kein Buch mit sieben Siegeln

Sobald eine Frau den Mutterpass in den Händen hält, ist es gewissermaßen “amtlich”: sie ist schwanger! Das wichtige Dokument, in welches der Arzt alle Befunde gewissenhaft einträgt, sollte sie deshalb immer bei sich tragen. Denn bei einem Notfall weist er die Frau als werdende Mutter aus und ein fremder Arzt kann ihm die notwendigen Angaben entnehmen. Für jede Frau, die ein Baby erwartet, ist das sog. Gravidogramm besonders spannend, denn hier werden die Ergebnisse jeder Vorsorgeuntersuchung bis zur Geburt eingetragen. Neben den Daten der Mutter – Blutdruck, Gewicht, Ergebnisse der Labortests und Tastuntersuchungen werden hier auch Wachsen und Gedeihen des ungeborenen Kindes genauestens dokumentiert.

Schwarz auf Weiß

Hier einige Standardeintragungen:

  • Fundusstand: Hier wird die Größe der Gebärmutter eingetragen. Ihre Größe gibt einen Hinweis auf die Entwicklung des Kindes und dessen Geburtstermin. “S+3” bedeutet beispielsweise, die Gebärmutter endet drei Finger breit über dem Schambein, mit “N+1” ist gemeint, sie reicht einen Finger über den Nabel und “RB+2” besagt den Abstand von zwei Fingerbreit über dem Rippenbogen.
  • Kindslage: die Abkürzungen für die Lage des Kindes sind “SL” für Schädellage, “BEL” für Beckenendlage oder Steißlage und “QL” für Querlage.
  • Herztöne: Ein “+” sagt, dass die Herztöne des Kindes zu hören sind.
  • Kindsbewegungen: Ein “+” bedeutet, dass das Kind sich bewegt.
  • Ödeme/Varikosis: Hier trägt der Arzt ein, ob bei der Schwangeren Wassereinlagerungen in den Beinen und Händen festgestellt werden.
  • Gewicht: Bei jeder Vorsorgeuntersuchung wird die werdende Mutter gewogen, so kann der Arzt sehen, ob die Gewichtszunahme im normalen Rahmen liegt. Normal sind 12 bis 15 kg bis zum Ende der Schwangerschaft, jedoch können solche Angaben nur als Anhaltspunkt dienen.
  • RR syst.diast: Hier wird der Blutdruck festgehalten. Dieser sollte nicht zu niedrig, aber auch nicht zu hoch sein, da sonst das Baby nicht richtig versorgt wird.
  • Hb (Ery): Durch einen Stich in den Finger wird das entnommene Blut auf seinen Hämoglobin-Wert untersucht. Das ist der rote Farbstoff, der eine wichtige Rolle beim Sauerstofftransport spielt. Wenn der Hb-Wert unter 11 liegt, spricht man von Eisenmangel. Der Arzt wird dann ein Eisenpräparat verordnen, falls der erhöhte Bedarf nicht durch eine Ernährungsumstellung ausgeglichen werden kann.

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