Die Geburt, männliche Sicht

Meine Sicht der Dinge fängt etwas später an: 3 Uhr morgens, Ramona weckt mich. Oh je, Panik! Jetzt sollte es wohl so weit sein, mir ist schlecht.
Gegen 3.30 waren wir ungefähr im Krankenhaus und da sind wir sofort in die Babyabteilung. Die Hebamme hat uns aber wieder zum Spazierengehen weggeschickt. Jetzt kenne ich mich auch im Krankenhaus aus.

Nach etwa einer Stunde waren wir zurück und Ramona bekam ein Bad verordnet. Das war etwas anstrengend für mich, da in diesem Raum bestimmt 35° und eine hohe Luftfeuchigkeit herrschten, aber um mich ging es bei der Sache ja nicht. Irgendwann war es dann doch soweit und wir wurden in den Kreißsaal geschickt. Dabei ist offensichtlich mein Zeitgefühl verloren gegangen. Ich habe keine Ahnung, wie die Zeit so schnell vergangen ist. Zwischendurch hat Ramona mich rausgeschickt und ich war auf dem Dach des Krankenhauses (sehr zu empfehlen, da ist eine tolle Aussicht auf Mosbach). Zurück im Kreißsaal empfingen mich Ströme von Fruchtwasser. Ich habe ein Wahnsinnstiming. Ok, hier fing es dann an.

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Die Wehen wurden heftiger, Ramona wurde lauter. Die Hebamme hat sie in die Wanne geschickt und dann wurde es im Minutentakt intensiver. Die Hebamme musste gleichzeitg mit uns noch jemand anderen betreuen und ist deswegen öfter rausgegangen. Natürlich war sie auch in dem Moment draußen, als Blut zu fließen begann. Dieses Blut hat mich etwas panisch
werden lassen
und ich ging die Hebamme suchen. Sie kam daraufhin gleich zurück und es wurde wieder heftiger. Ramona war ziemlich am Ende und wollte pressen, aber die Hebamme hat es untersagt, also war Zähne zusammenbeißen angesagt.
Als Mann steht man bei einer Geburt da wie ein Idiot. Man würde gerne was machen, aber außer die Hand halten oder Kopf streicheln kann man nicht helfen.
Irgendwann hat die Hebamme dann das Pressen erlaubt. Wenn ich mich nicht täusche, waren es 3 oder 4 Wehen, bis er dann endgültig draußen war. Wow, ein komisches Gefühl. Ich habe keine Ahnung, wie es dazu kam, aber plötzlich hatte ich eine Schere in der Hand und sollte die Nabelschnur durchschneiden. *Grusel* Ok, darauf kam es dann auch nicht mehr an und ich habe gemacht, was man von mir wollte.
Danach ist Ramona raus aus der Wanne und auf das Bett (oder was auch immer das war). Bastian wurde von der Ärztin untersucht und hat keine Anstalten gemacht, auch nur einen Ton von sich zu geben. Ramona fing an, mich mit sorgenvoller Mine anzuschauen. Ich konnte ja sehen, was da passiert. Bewegt hat er sich, aber sie hat ihn mit Sauerstoff angestrahlt. Alles war also doch nicht in Ordnung, aber nach einiger Zeit hat sie ihr Ok gegeben und Bastian auf Ramona gelegt. Das war der Moment, wo ich ihn dann zum ersten mal sehen sollte: Der Zwerg, von dem alle sagen, dass er aussieht wie ich. Naja, ich denke das wird sich noch zeigen, nach wem er mehr kommen wird. Doch eines weiß ich jetzt schon! Wenn er erst mal groß ist, gibt es Fussball Karten – für Vater uns Sohn – da freu ich mich.

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