Geburt

Es ist soweit! – Da komme ich nun!

Du Vater, hast viele Sorgen und Probleme um mich und mein Werden getragen.

Du, Mutter, wirst mich aus der kosenden Wärme Deines Leibes in das irdische Dasein gebären.

Jetzt werde ich aus dem schützenden Dunkel in das gleißende Licht der Welt gehoben werden.

Von der Nabelschnur, die mich im Mutterleib nährte, werde ich abgetrennt.

Es war eine lange Zeit des Werdens – Aber jetzt bin ich da!

Ich habe Angst – und darum versuche ich in meiner Not, zu schreien.

Und – oh Wunder – mit meinem ersten Schrei kommt mein erster Atemzug.

Jetzt bin ich!

Und plötzlich merke ich, daß ich mich frei bewegen kann.

Ich bin nicht mehr eingeschlossen! Ich habe plötzlich viel Platz.

Ich bewege meine Ärmchen und Beinchen, und meine kleinen Händchen fahren durch die Luft

Nirgendwo kann ich mich festhalten – nichts hält mich fest!

Ich fühle mich allein und verlassen – keine Körperwärme, kein Schutz umgeben mich!

Ich habe Angst!

Du Mutter, siehst meine Not – spürst meine Angst und leidest mit mir!

Darum nimmst Du mich in deine schützenden Arme, drückst mich an deine wärmende Brust.

Du streichelst mich zart und wiegst mich auf Deinen Armen hin und her.

Und Du sprichst zu mir mit deiner lieben Stimme, die ich schon so lange kenne.

Meine Angst weicht, ich fühle mich wieder wohl und geborgen – wie vorher in Deinem Leib.

Du legst mich in die Arme meines Vaters, der mich gestreichelt hat, als ich noch in Dir war!

Auch er begrüßt mich – um mich nicht zu schrecken – mit leiser Stimme, die ich auch schon lange kenne.

Und plötzlich habe ich keine Angst mehr – ich brauche nicht mehr zu schreien.

Und darum bin ich jetzt auch ganz still und zufrieden.

Ich fühle mich wohl und sehe dem Leben auf dieser Erde freudig und hoffnungsvoll entgegen!

Ich wurde gezeugt – ich wurde getragen – ich wurde geboren.

Von Euch Beiden!

Und so lege ich mein junges Leben ganz in Eure fürsorglichen Hände und vertraue mich Eurer liebenden Obhut an!

Jetzt wird alles gut!

2 thoughts on “Geburt

  1. Das ist eine schöne Aussage, wie sich das Kind zu Beginn seines Lebens fühlt.

    Aber irgendwie macht sie mich auch traurig, als ich den Artikel gelesen habe, kam mir in den Sinn, dass es so viele Kinder gibt, die diese Geborgenheit von ihren Eltern nicht bekommen, die zur Adoption abgegeben werden, sobald sie geboren wurden und dann ihr Dasein in einem Kinderheim oder einer ersten von sicher vielen noch folgenden Pflegefamilien fristen.

    Ich hoffe, es wird in Zukunft mehr Kinder geben, die genau so, wie hier geschrieben, mit offenen Armen von ihren Eltern in Empfang genommen werden.

  2. Da schließe ich mich voll und ganz dem Komentar von Britta an.
    In dem Text ist die Geburt aus der Sicht des Babys sehr (wunder)schön beschrieben.
    Aber wie Britta bereits geschrieben hat, nicht jedes Kind hat das Glück mit offenen Armen und viel Liebe auf dieser Welt empfangen zu werden und für einige ist, aufgrund der zunehmenden Gewalt an Neugeborenen und Babys, das Leben viel zu schnell wieder um.
    Traurig – aber leider die Realität.

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