Geburtshilfe auf Abwegen – Sicherheit und Wahlfreiheit des Geburtsortes in Gefahr

„Wie kann ich in Deutschland ein Kind sicher und geschützt gebären?“ Diese Frage stellen sich zunehmend Schwangere auf der Suche nach einem geeigneten Geburtsort. „Die persönliche 1:1-Betreuung durch eine erfahrene Hebamme ist in vielen Fällen immer noch am besten geeignet, um einem Kind einen sicheren und würdevollen Start ins Leben zu ermöglichen, sei es zu Hause, im Geburtshaus oder in der Klinik mit einer Beleghebamme. Das ist aber an vielen Orten inzwischen nicht mehr möglich! Wir sehen in dieser Entwicklung ein großes Problem.

Denn statt Sicherheit erwartet eine Frau im ärztlich geleiteten Kreißsaalbetrieb oft ein Strudel aus Eingriffen, viele Geburten enden mit Kaiserschnitt oder vaginalen Operationen. Dahinter stecken viel höhere Risiken als nötig und auch als publik gemacht werden. Oft leiden die Frauen, Kinder und Familien noch Jahre nach der Geburt an dem Erlebten! 93% aller Frauen dürfen in Krankenhäusern keine normale, physiologische Geburt, wie die traditionelle Hebammenkunst sie unterstützt, erleben. Dieses Wissen stirbt aus, auf Kosten werdender Mütter, Väter und ihrer ungeborenen Kinder.“ so Sandra Biebl von mamaprotest.

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Derzeit beherrscht die wirtschaftliche Gewinnmaximierung die Geburtshilfe in Deutschland. Geburtsprozesse aber können nicht zeitlich und ökonomisch optimiert werden, da jedes Mutter-Kind-Paar sein eigenes Tempo hat, das eine 1:1-Betreuung erfordert. Hebammen aber sind aus wirtschaftlichen Gründen gezwungen, ihre Kernaufgabe, die Geburtshilfe, aufzugeben. Damit wird die Betreuung der Gebärenden zunehmend ein medizinischer Vorgang in ärztlicher Hand, auch bei einer normal verlaufenden Geburt. Eine frauenorientierte, kinderfreundliche und hebammengeleitete Geburtshilfe hat Seltenheitswert.

Familien schließen sich daher zusammen und versuchen, die Geburtshilfe wieder menschenfreundlicher und sicherer zu machen. „Der einzige Weg aus diesem Trend ist eine Stärkung der Hebammen in Deutschland. Die Geburtshilfe durch Hebammen braucht eine viel höhere Honorierung durch Krankenkassen und Gesellschaft. Frauen brauchen Aufklärung, wo sie Hilfe bekommen können und welche Rechte sie vor, während und nach der Geburt ihres Kindes – egal an welchem Ort – haben.“ so Sandra Biebl.

Als ersten Schritt möchte mamaprotest daher schwangere Frauen aufklären. Die Entscheidung, wo und wie sie ihr Kind gebären möchte, kann der Schwangeren niemand abnehmen. Doch auch welches ihre Rechte sind, welche Eingriffe evtl. im Krankenhaus an ihr vorgenommen werden, sollten Frauen heute wissen. Gleichzeitig müssen Mütter und Väter die Gelegenheit bekommen, sich über die Arbeit der Hebammen- Geburtshilfe zu informieren. Nur so kann sich für uns Familien etwas ändern.

Gemeinsam mit dem fidibus Verlag, GreenBirth e.V. und dem Deutschen Fachverband für Hausgeburtshilfe DFH e.V. möchte mamaprotest ein Starterpaket auflegen, das refinanziert durch Sponsorengelder, kostenlos an Schwangere verteilt werden soll.

Darüber hinaus wollen sich werdende Eltern in ganz Deutschland organisieren, um eine hebammengeleitete, für Mütter und Kinder sichere und interventionsarme Geburtshilfe politisch einzufordern und durchzusetzen.

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