Prinzessins Geburt

Bernhard Müller / pixelio.de

Am Montag, den 4. Dezember war ich noch im Krankenhaus zur Geburtenplanung gewesen. Unsere kleine Maus lag schon schön mit dem Köpfchen im Becken. Ihre Ultraschalldaten ergaben einen Kopfumfang von 33,5 cm und ein Gewicht von 3300g. Fruchtwassermenge war auch noch genügend, der SSW entsprechend vorhanden. Ansonsten war der Muttermund weich und aufgelockert und auch der Gebärmutterhals hatte sich schon verkürzt. Auf Grund der kurzen Schwangerschaftsfolge und der ganzen medizinischen Daten rechnete die Ärztin mit einer schnellen und leichten Geburt. Auch meinte sie, dass die Geburt sicherlich von alleine pünktlich um ET rum los geht, doch ich rechnete eigentlich eher mit über den Termin hinaus zu gehen, da der Große auch über Termin war.

Zu diesem Zeitpunkt dachte keiner das wohl alles ganz anders kommen würde in ein paar Tagen!
Am Mittwoch, den 6. Dezember hatte ich eigentlich wieder einen Ctg-Termin bei meiner Frauenärztin, doch nachdem die Nacht bescheiden war, habe ich den Termin abgesagt. Immerhin war ich bereits seit 5 Uhr wach und konnte wegen unregelmäßigen Wehen und Schmerzen im Beckenbereich nicht wieder einschlafen. Auf Ctg schreiben war mir absolut nicht der Sinn. Es war somit ein ganz normaler Vormittag und auch mittags wie gewohnt mit dem Großen (15Monate) Mittagsschlaf gemacht. Nach dem Aufwachen hatte ich jedoch das Gefühl, dass er Slip feucht war. Ab aufs Klo und er war auch tatsächlich feucht. Jedoch nur so, dass es durchaus nur ganz normaler Ausfluss und Schleim hätte sein können. Naja, also abwarten dachten ich mir, wird wohl kein hoher Blasensprung gewesen sein.
Den ganzen Nachmittag über hielt es allerdings an, dass es immer ein ganz bisschen tröpfelte. Ich war mir ganz schön unsicher was nun ist. Auch wollte ich meinen Mann nicht unnötig von seiner Weihnachtsfeier holen. Ich wollte ihn den Spaß dort lassen.
Um 19 Uhr haben ich ihn schließlich dann doch angerufen um ihn Bescheid zusagen, dass ich mir unsicher bin ob meine Fruchtblase noch intakt ist. Er solle sich ganz gemütlich dann nachher auf den Weg machen, denn richtige Wehen hatte ich absolut nicht. Ich hatte bereits vorzeitige Wehentätigkeit seit der 32.SSW und diese war durch Magnesium recht gut im Griff.
Um 20:30 Uhr kam mein Mann dann nach Haus und wir machten uns auf den Weg ins KH. Dort wurde CTG geschrieben und die Hebamme untersuchte mich. Sie konnte nicht eindeutig feststellen ob nun Blasensprung stattgefunden hatte oder nicht, nur das der Muttermund fingerdurchlässig war. Also kam die Ärztin und untersuchte ebenfalls, doch sie hatte zusätzlich einen Teststreifen um zu schauen ob Fruchtwasser abging oder nicht.
Der Streifen war eindeutig: Es war Fruchtwasser!
Es musste sich somit wirklich um einen hohen Blasensprung handeln, wie ich es ja auch vermutet hatte. Nur die Hebamme wollte es mir ja erst nicht glauben. Das Ultraschallgerät bestätigt es dann auch, es war fast kein Fruchtwasser mehr da, wo am Montag doch noch genug vorhanden war. Somit hieß es im KH bleiben und auch Wehen warten.
Das Gefühl von mir und meinem Mann sagte uns, dass es durchaus noch dauern kann und es mit ein paar Stunden nicht getan ist. Immerhin haben sie beim Großen damals am Montag mit Geburtseinleitung begonnen, weil ich keine effektiven Wehen hatte und er kam dann auch erst am Donnerstag.
Um 23 Uhr schloß die Nachthebamme, erstmal einen Wehentropf an um die Wehen in Gang zu bringen, denn komischer weise war recht wenig von eigenen Wehen zu sehen. Es passierte aber nichts.
Um 3 Uhr wurde der Tropf dann abgestellt und ein Prostaglandingel gelegt, vielleicht half dies ja, denn der Muttermund war auch erst bei 1-2cm auf. Auch beschlossen wir, dass mein Mann ruhig erstmal nach Hause fahren soll.
Am Donnerstag morgen hieß es um 9:30 Uhr erneutes Gel legen. Mein Mann kam nach dem Frühstück wieder vorbei, damit ich mich nicht so im Kreißsaal langweilte. Ich hatte nur hin und wieder mal ein paar Wehen. Nachmittags ging es mit einen erneuten Versuch mit Wehentropf weiter, denn der Blasensprung war ja jetzt auch schon 24 Stunden her. Es tat sich allerdings auch weiterhin kaum was, der Muttermund war gerade mal 3-4cm auf.
Um 16:30 Uhr beschloss der Oberarzt, dass der Tropf wenn sich bis 18 Uhr nichts tut ausgestellt wird. Kurz bevor er nun abgeschaltet werden sollten setzten starke schmerzhafte Wehen ein, also blieb der Tropf an. Doch in den weiteren 2 Stunden tat sich, außer das ich mit den heftigen Wehen zu kämpfen hatte nicht viel. Der Muttermund war gerade mal bei 5cm. Die Geburt war immer noch nicht soweit in Gange, dass Aussicht auf eine Geburt in den nächsten Stunden bestand. Der Tropf wurde ausgestellt.
Nachts um 2 Uhr setzten natürliche Wehen ein, die waren jedoch wieder unregelmäflig, aber immerhin so schmerzhaft das an weiter schlafen nicht zu denken war.
Bis morgens um 6 Uhr hatte ich mal mehr oder weniger Wehen und mal mehr und mal weniger schmerzhaft. Am Muttermund tat sich nicht viel, darum ging es dann mit Wehentropf wieder weiter. Die Wehen wurde nun auch wieder stärker. Die nun diensthabende Hebamme hatte mich den Tag zu vor schon lieb betreut und wir haben uns fest vorgenommen die kleine Maus nun in ihrer Schicht heute endlich zu bekommen.
Um 10 Uhr untersuchte sie mich sehr genau und vermutete das Eihaut mit Fruchtwasser vor dem Muttermund ist und somit der Druck fehlt um ihn weiter zu öffnen. Also entfernte sie diese, doch Fruchtwasser lief so gut wie kaum was ab. Wir probierten nun alles mögliche an Positionen und Bewegungen um das Köpfchen tiefer ins Becken zu bekommen, da er evtl einfach noch nicht ganz richtig eingestellt war. Nach einer Stunde erneut untersucht und einen gefüllten Fruchtblasenteil gefunden, den sie dann auch aufstach. Diesmal lief auch viel mehr Fruchtwasser ab. Jetzt war der Weg endgültig frei für das Köpfchen. Mit weiteren Bewegungen versuchten wir der Kleinen zu helfen die Ausgang zu finden.
Gegen 12:30 Uhr setzten die Presswehen ein, aber gleich mitpressen durfte ich nicht, da noch ein Saum am Muttermund verhanden war und das Köpfchen noch nicht optimal war. Ich erlebte nun echte Geburtsschmerzen und nach der langen Eröffnungsphase ohne ein einziges Schmerzmittel brauchte ich jetzt nun doch eins, was die Hebamme mir in einer Wehe spritze. Die folgenden Wehen schmerzten zwar immernoch, aber sie waren aushaltbar.
Die Oberärztin wurde gerufen und auch die im Kreißsaal diensthabende Ärztin kam. Nun hatte ich links und rechts von mir einen Arztkittel zu stehen und die Hebamme vor mir. Als wenn ich mich schon genug mit den Wehen zu kämpfen hatte, meinte noch jeder um mich rum mir was sagen zu müssen. Ein konzentrieren auf die Wehen oder der Worte der Hebamme war einfach unmöglich.
Das Köpfchen war endlich geboren und die Wehe war vorbei, die Hebamme riet zum Luft holen und die Oberärztin schrie weiter pressen. Ich holte jedoch erstmal Luft für die nächste Wehe, da auch mein Gefühl mir sagte, dass die Hebamme Recht hatte. Die nächste Wehe kam und in der wurde sie vollständig geboren!
Unsere Maus war endlich da um 12:45 Uhr!
Sie wurde von der Nabelschnur um ihren Hals befreit und schrie kurz los. Dann lag sie schließlich friedlich bei mir auf den Bauch und ich hatte nur noch Augen für meine Kleine. Sie war so winzig, zart und süß!
Ihr Papa durfte die Nabelschnur durchschneiden. Immerhin blieb ihm das, denn diesmal hatte er von der Geburt selbst nicht so viel mitbekommen, da er nicht direkt zu mir durch kam und die Ärztinnen davorstanden. Für ihn war dies nicht so toll, denn immerhin war er bei der Geburt des Großen direkt beteidigt, da war nur die Hebamme links und er rechts um mich zu stützen.
Die Prinzessin wurde versorgt und bei mir wurde auf die Nachgeburt gewartet, die sich wieder Zeit ließ. Genau wie bei der ersten Geburt half der Kühlbeutel auch nicht und wieder waren es schließlich die Akupunkturnadeln die den Erfolg brachten.
Die Maus war 3740g schwer, 53cm groß und hatte einen Kopfumfang von 35cm.
Ich war froh und stolz die Geburt nun ohne PDA geschafft zu haben und jetzt auch zu wissen wie sich Geburtswehen anfühlen!
Wir allerdings hätten gerne wieder nur mit der Hebamme entbunden, da die Meinungen von den Ärztinnen und Hebamme doch weit auseinander gingen und dies in dem bedeutesten Moment! Dies stimmt mich im Nachhinein immer noch traurig, denn solche Ärztinnen braucht keine werdende Mutter im Kreißsaal! Eine gute Hebamme hingegen ist aber Gold wert!
Das lange Warten vom 6.12. her hatte sich gelohnt und auch wir haben uns in der zeit immer wieder damit aufgebaut das der 8.12. ein schönes Datum ist, denn am Nikolaus Geburtstag zu haben ist blöd, der 7.12. ist nichts sagend, nein der 8.12. ist toll, denn auf den Tag genau sind unsere Beiden nun 15 Monate auseinander!

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Und nochmal: Großes DANKE an Bianca!!!!

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