Schnellstarters ungeplante Hausgeburt

Joachim Berga / pixelio.de

Seit der 38.SSW war es ein hin und her wegen Geburtseinleitung oder eben nicht, man redete und redete, man wurde ganz wuschig dabei und war sehr verunsichert. Letzten Endes war es so, dass es hieß eine Einleitung wäre zu viel Streß für den Kleinen wegen der Retardierung (für die SSW. unterentwickelt) und außerdem sei mein Befund gut dafür das es nun ganz bald von allein los geht.


An einen spontanen Start glaubte ich überhaupt nicht, da ja doch auch meine beiden Großen erst nach einer Einleitung kamen, weil ich zwar Wehen hatte aber die nicht ausreichten. So wehte ich also weiter so vor mich hin und mehr passierte nicht.
Am 15.10. versuchte man es mit einer Eipollösung, die aber auch nur vorübergehend mehr und stärkere Wehen brachte. Hinzu kamen seitdem dann Schmierblutungen.
Ich ging also weiter ständig zu den Kontrollen und ich kommt es schon nicht mehr hören, dass die Geburt nun bestimmt bald von allein los geht.
Am 21.10. hielten die Wehen auch schon länger stärker an als nur 2-3 Stunden, doch abends hatte ich keine Lust mehr ins Kh und ging ins Bett. Viel Schlaf gab es zwar nicht, aber war ich doch in meinen Bett.
Am 22.10. fuhren wir dann morgens ins Krankenhause, Mumu 3cm (also nichts neues), Wehen waren sichtlich da auf dem CTG nur eben keine die für eine Geburt reichen, laut Us war die Versorgung ok und der Kleine nun auch endlich 3,1kg schwer. Man wollte wieder halt abwarten….
Mir ging es damit gar nicht gut, hatte ich doch, dass Gefühl, das dieses lange SS-aufrechterhalten nicht unbedingt gut für meinen Schatz war, denn diese ständigen Wehen doch auch sicher Streß waren für ihn und nicht mehr als wenn er nun endlich mit Hilfe hätte kommen dürfen.
Ging diesen Tag ziemlich traurig, frustriert und mit Wehen nach Haus.

Es war nun der 23.10. und ich dachte es wird einfach wieder so ein bescheidener Tag mit fiesen Wehen. Mittags noch wie gewohnt den Großen aus dem Kindergarten geholt, doch dann wurde es mir mit den beiden Kindern und den Wehen zu anstrengend, sodass ich mit denen nicht allein sein wollt. Ich rief meinen Mann an, dass er nun den Nachmittag lieber Daheim arbeiten soll um mit ein Auge auf die Kinder zu haben.
Ins Kh, so dachte ich, brauchen wir nicht, da diese Wehen ja schon seit 2 Tagen so sind und sich sicher nun auch nichts tun wird. Ich legt mich also gegen 14 Uhr hin, weil mein Mann auf die Kinder aufpassen bzw. sie zum Mittagsschlaf hinlegen konnte.

Gegen 16 Uhr machte es knack und das Fruchtwasser lief und lief…
Die beiden Großen schliefen auch noch und ich hatte ohne hin das Gefühl das es nun nach dem Blasensprung ganz schnell gehen würde, sodass mein Mann den Krankenwagen anrief.
Keine 5 Minuten nach dem Anruf merkte ich schon das nun die Wehen Richtung Presswehen gingen. Mein Mann war durcheinander, lief auf und ab wo der Rettungsdienst denn bleibt.
Ich sagte noch, wenn die nicht bald kommen, kommt der Kleine noch schneller…
Da waren sie endlich da.
Ok, der Sani wollte sich einen Überblick verschaffen und schauen wie weit die Geburt ist. Ich dachte nur oh oh, sobald du die Beine auseinander machst kommt der Kleine auf die Welt…
Ja und so bekam der Sani auch große Augen, weil er schon so tief im Geburtskanal war. Es wurde der Notarzt angerufen, denn es war klar das man es nicht mehr bis ins Kh schaffen würde.
2 Wehen später um 16:15 war unser Schnellstarter auch schon geboren auf einer großen Wolldecke im Vierfüsslerstand in unserem Wohnzimmer. Der Notarzt kam auch erst nachdem der Kleine bereits schrie. Eins ist klar, es müssen 1 oder 2 mittelgroße Teppiche besorgt werden. Die alten auf dem Boden sind nicht mehr zu gebrauchen (wegen der Geburt). Am besten die Teppiche online kaufen, denn dann gibt es noch Rabatt :).
Eine so schnelle Geburt hat wohl der Rettungsdienst auch nicht oft.

Ich lag nun erstmal auf den Sofa und man bereitete alles vor zum Transport ins Kh. Die erste Autofahrt des Kleinen auch etwas besonderes, nämlich von Zuhaus ins Kh mit dem Rettungswagen!

Im Kh angekommen hatte sie sich auch die Plazenta bereits gelöst. Der Schnellstarter wurde versorgt und war ganicht „so klein“: 3660g schwer und 54cm groß! (Ku 35cm) Lang und dünn war er, aber den Babypeck futterte er sich nach der Geburt durchs stillen schnell an. Für mich die Bestehtigung, dass die Versorgung außerhalb definitiv besser für ihn war.

Für mich wenn auch so schnell und unerwartet, die schönste meiner 3 Geburten. Keiner redete mir rein, es ging ganz nach meinen Gefühl, da eben nur 2 überforderte Rettungssanitäter anwesend waren.

Vielen Dank an Bianca für den Geburtsbericht!!!

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