Gut angelegt – Stillen nach Bedarf

Kleine Babys haben ständig Hunger. Das ist normal, für Mütter aber auch ganz schön anstrengend. So klappts mit dem Stillen nach Bedarf:

StillenEs klingt so einfach und vernünftig, dass im Grund nichts dagegen zu sagen ist: Babys sollen immer dann an Mamas Busen trinken, wenn sie möchten. So regelt sich am besten die Balance von Nachfrage (Babys Hunger) und Angebot (die Menge der Milch, die die Brust produziert). Ad libidum heißt das in Fachkreisen. Auf Deutsch: Stillen nach Bedarf. Fast alle Hebammen und Stillberaterinnen propagieren es inzwischen. Was aber, wenn das Baby ständig trinken will? Was, wenn Probleme auftreten? Und was, wenn einem die Stillerei einmal so richtig auf die Nerven geht, weil man das Gefühl hat, es wächst einem alles über den Kopf? Vor allem Mütter mit ganz kleinen Babys stehen oft vor diesen Fragen. Hier die wichtigsten Antworten.

Stillen nach Bedarf ist ja schön und gut. Aber wie oft soll ich mein Kind denn nun tatsächlich an die Brust lassen? Am besten ist es, das Kind tatsächlich immer dann zu stillen, wenn es will. Acht- bis zwölfmal in 24 Stunden sind dabei völlg normal. Denn Muttermilch ist innerhalb von 60 Minuten restlos verdaut. Und dann kann sich natürlich der Hunger wieder melden!

Soll ich nicht wenigstens einen Mindestabstand zwischen zwei Stillmahlzeiten einhalten? Das ist nicht nötig. Im Gegenteil: Es würde unter Umständen sogar die zarte Balance zwischen Angebot und Nachfrage stören. Es gibt übrigens keine einzige wissenschaftliche Studie, die belegt, dass kurze Stillabstände zu mehr Bauchweh oder Blähungen beim Baby führen, was manche Mütter befürchten. Auch um das Risiko der wunden Brustwarzen zu verringern, hilft ein größerer Stillabstand nicht.

StillenApropos wunde Brustwarzen: Mir tut das Anlegen zur Zeit entsetzlich weh, ich würde am liebsten ein bisschen seltener stillen, damit sich mein Busen erholen kann… Es ist erst einmal wichtig, nach den Ursachen für die wunden Brustwarzen zu suchen und dann gezielt etwas dagegen zu tun. Oft stimmt zum Beispiel die Trinktechnik des Babys nicht. Hier kann die Hebamme oder Stillberaterin weiterhelfen. Jetzt den Stillabstand zu vergrößern, könnte das Problem der wunden Brustwarzen sogar verschärfen: Ein weniger hungriges Baby trinkt viel ruhiger und sanfter. Hektisches, gieriges Saugen ist für die Brustwarzen dagegen gar nicht gut. Als Erste-Hilfe-Massnahme hat sich bewährt, etwas Muttermilch auf die Brustwarzen zu streichen. Ausserdem sollten Sie Ihrer Brust viel frische Luft gönnen. Im Winter wirkt Rotlicht wohltuend, im Sommer die wärmenden Strahlen der Sonne. Auch Stillhütchen können helfen. Achtung: Bei Verdacht auf eine Brustentzündung unbedingt den Arzt oder die Hebamme kontaktieren.

Mein Baby will momentan ständig trinken. Vielleicht wird es gar nicht mehr richtig satt? Eher macht es gerade einen Wachstumsschub durch und braucht deshalb plötzlich mehr Nahrung. Und darauf hat sich die Brust womöglich noch nicht eingestellt. Aber wenn Sie ihr Baby jetzt weiterstillen, wie es möchte, kurbelt Ihr Organismus die Milchproduktion von selbst hoch.

Ich habe Angst, dass ich mein Baby verziehe, wenn ich es ständig trinken lasse! Die Sorge, dass Sie Ihr Baby durch zu viel Stillen verwöhnen, ist völlig unbegründet. Denn Kleine, die beim Stillen lernen, dass sie in Mamas Armen ruhig werden können, entwickeln ein sehr stabiles Urvertrauen. Und später dann auch die Fähigkeit, sich selbst zu beruhigen – auch ohne Mamas Busen.

An Mamas Brust lernen Babys, sich zu beruhigen

 

StillenWie merke ich, ob das Baby wirklich Hunger hat, oder ob es im Moment eher am Busen getröstet werden will? Wenn das Baby hungrig ist, wird es unruhig und signalisiert dies oft mit Schmatzen oder suchenden Bewegungen mit dem Kopf. Hält man ihm den Finger hin, beginnt es sofort, gierig daran zu saugen. Die meisten Mütter lernen mit der Zeit, die Signale ihres Kindes zu deuten – schließlich sind die beiden ja ein eingeschworenes Team.

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