Mein Baby ist unruhig an der Brust

Ein Baby, das sich an der Brust unruhig verhält, nimmt die Brust zwar an, trinkt aber nicht gut oder gerne. Eine schlechte Stillhaltung und falsche Anlegetechnik, Eingriffe oder Medikamentengabe oder körperliche Verletzungen unter der Geburt, eine Hypertonie (Aufbäumen) und einen verzögerten oder gehemmten Milchspendereflex, können Gründe für ein unruhiges Baby an der Brust sein.

Verstärkt sich das unruhige Verhalten des Babys noch weiter, wenn es gehalten wird, so kann es sich um ein aggressiv die Brust verweigerndes Baby handeln. Beginnt das unruhige Verhalten zwischen dem zweiten und vierten Lebenstag, sollte die Mutter eine Brustdrüsenschwellung, einen sehr starken Milchspendereflex und einen verzögerten oder gehemmten Milchspendereflex in Erwägung ziehen.

Wenn ein zunächst gut an der Brust trinkendes Baby im Alter von einer bis vier Wochen anfängt, unruhig zu sein, dann einen künstlichen Sauger erhalten hat, kann eine Saugverwirrung die Ursache sein. Eine Soorinfektion, eine Ohrenentzündung, eine Reaktion auf ein Nahrungsmittel oder ein Medikament, das die Mutter oder das Baby erhalten hat, oder eine Geschmacksveränderung der Muttermilch kommen ebenfalls in Betracht. Ein weiterer Faktor kann das Temperament des Babys sein: Es kommt vor, dass Babys, die zunächst sehr ruhig und ausgeglichen waren, mit zwei bis drei Wochen „aufwachen“ und plötzlich anfangen, unruhig zu sein.

Wunde Brustwarzen sind ein Anzeichen für eine schlechte Stillhaltung oder falsches Anlegen. Beides sind häufige Ursachen für unruhiges Verhalten an der Brust. Nimmt das Baby die Brust nicht weit genug in seinen Mund, kann es die Brust nur schlecht entleeren, wodurch es unruhig werden kann. Wunde Brustwarzen können auch darauf hinweisen, dass das Baby seine Zunge falsch bewegt oder ein kurzes Zungenbändchen hat.
Eine Brustdrüsenschwellung kann zu Schwierigkeiten beim richtigen Erfassen der Brust und zu Wundsein führen. Leidet die Mutter trotz häufigen Anlegens in den ersten Lebenstagen an einer starken und schmerzhaften Brustdrüsenschwellung, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass das Baby nur schwach oder falsch saugt.

Beginnt das Baby während der ersten Minuten nach dem Anlegen unruhig zu sein – noch bevor der Milchspendereflex einsetzt -, kann dies ein Zeichen für eine Saugverwirrung, schlechte Stillhaltung oder falsches Anlegen, Flach- oder Hohlwarzen, einen verzögerten oder gehemmten Milchspendereflex, Schmerzen beim Einnehmen der Stillposition, eine Ohrenentzündung oder eine Saugschwäche sein.

Berührt die Mutter beim Stillen das Gesicht oder den Kopf ihres Babys, kann dadurch der Suchreflex ausgelöst werden, und das Baby wendet sich von der Brust ab.

Die Mutter eines unruhigen oder reizbaren Babys beschreibt ihr Kind wahrscheinlich als schwer zu trösten, als fordernd und anstrengend. Sie mag Probleme haben, dem Baby zu helfen, sich so weit zu beruhigen, dass es gut an der Brust trinken kann. Ein reizbares Baby hat wahrscheinlich Schwierigkeiten, zur Ruhe zu kommen und an der Brust zu trinken.

Deshalb mein Tipp: Immer ganz ruhig bleiben und versuchen, während des Stillens zu entspannen. Die innere Unruhe überträgt sich auf’s Baby.

4 thoughts on “Mein Baby ist unruhig an der Brust

  1. Unser Sohn (11 Tage alt) nimmt leider die große Brust (Körbchengröße 95 F) nicht ganz in den Mund. Stillen ist Glückssache und klappt nur ganz selten. Meistens enden die Versuche mit einer weinenden Mutter und einem schreienden und hungrigen Kind.

    Wir werden wohl abstillen, denn diese Tortur kostet zuviel Kraft und Zeit. Da hilft auch keine Hebamme mehr, wenn der Kleine es nicht kapiert.

    Was daran „die natürlichste Sache der Welt“ sein soll, erschließt sich mir nicht. Uns kotzt das mittlerweile nur noch an.

  2. Lieber Andreas,
    ich freue mich, dass du dich hier meldest… leider ist es nicht so schön, dass es mit dem Stillen nicht so gut klappt!! Habt ihr denn eine Hebamme oder eine Stillberaterin in der Nähe, die ihr mal befragen könnt?
    Normalerweise kann auch eine Frau mit einem großen Busen gut stillen, es ist normal, dass anfangs noch Probleme auftreten, euer Sohn ist ja nun gerade mal 11 Tage jung.
    Kontaktiert doch bitte – falls noch nicht geschehen – eine Stillberaterin, die wird euch bei eurem Problem sicher ausgiebig helfen – http://www.lalecheliga.de – dort findest du Hilfe in deiner Region!!
    Alles Gute für Euch!
    Gianna

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