Soor und Stillen – Geht das?

Was ist Soor?

Soor ist ein Pilz, der bei Mutter und Baby Beschwerden verursachen kann.
Candida albicans, der einzellige Organismus, der sowohl Soor als auch Pilzinfektionen der Scheide hervorruft, ist ein Hefepilz, der in feuchter, dunkler Umgebung gedeiht, zum Beispiel auf den Brustwarzen, in den Milchgängen, in der Scheide der Mutter und im Windelbereich des Babys.

Mögliche Symptome für eine Soorinfektion bei der Mutter sind:

  • starke Schmerzen der Brustwarzen oder der Brust, die seit der Geburt auftreten,
  • während der gesamten Stillmahlzeit anhalten und durch verbesserte Stillpositionen und Anlegetechniken nicht gelinder werden können,
  • plötzlich einsetzende Schmerzen der Brustwarzen und/oder Brust nach Ablauf der Neugeborenenperiode,
  • juckende oder brennende Brustwarzen, die rosa oder rot, glänzend und fleckig aussehen und/oder mit einem Ausschlag aus kleinen Bläschen bedeckt sind, offene Brustwarzen,
  • stechende Schmerzen in der Brust während oder nach dem Stillen,
  • schmerzende Brustwarzen und/oder Brüste bei korrektem Gebrauch einer elektrischen Milchpumpe,
  • Infektionen der Scheide mit Hefepilzen.

stillenMögliche Symptome für eine Soorinfektion beim Baby sind:

  • Windelausschlag,
  • cremige, weiße Ablagerungen auf der Innenseite des Mundes,
  • der Wangen oder der Zunge des Babys,
  • das Baby wendet sich wiederholt von der Brust ab und macht ein klickendes Geräusch beim Stillen oder verweigert die Brust (weil es einen schmerzempfindlichen Mund hat),
  • Blähungen und Unruhe, in seltenen Fällen kann Soor zu einer langsamen Gewichtszunahme beitragen.

Das Baby braucht keine sichtbaren Symptome zu haben.

Nach einer Antibiotikabehandlung haben manche Mütter ein erhöhtes Risiko, eine Soorinfektion zu entwickeln. Nach einem Kaiserschnitt hat die Mutter eventuell ein Antibiotikum zur Infektionsverhütung über ihre Infusion erhalten, ohne sich dessen bewusst zu sein.

Weitere Faktoren, die eine Mutter für eine Soorinfektion anfällig machen:

  • Verletzungen der Brustwarze,
  • die Verwendung von Stilleinlagen, durch die eine warme, feuchte Umgebung entsteht,
  • ausgiebiger Genuss von Molkereiprodukten, stark gesüßten Speisen und künstlichen Süßstoffen,
  • Mangel an Eisen, Folsäure und den Vitaminen A, B, C und K,
  • Diabetes,
  • eine mit Antibiotika behandelte Brustentzündung,
  • dauernde Einnahme von Antibiotika über einen Zeitraum von mehr als einen Monat, selbst wenn diese längere Zeit zurückliegt,
  • die Einnahme von östrogenhaltigen Antibabypillen,
  • die Verwendung von Langzeitsteroiden, wie zum Beispiel bei Asthma.

Beim Baby wurde ein verstärktes Auftreten von Soor mit Antibiotikabehandlungen und der Verwendung eines Schnullers in Verbindung gebracht.

Sollte eine Soorinfektion diagnostiziert worden, muss sowohl die Mutter, als auch das Baby gleichzeitig mit den verschriebenen Medikamenten behandelt werden. Durch die Soorbehandlung braucht das Stillen nicht beeinträchtigt zu werden. Bei leichteren Soorinfektionen kann bereits 24 bis 48 Stunden nach Beginn der Behandlung eine Besserung festgestellt werden. In anderen Fällen kann es drei bis fünf Tage dauern – oder auch länger – bis die Symptome verschwinden. Die Mutter sollte die Medikamente bis zum Ende des Behandlungszyklus einnehmen, denn die Infektion kann wieder aufflammen, wenn die Medikamente beim Verschwinden der Symptome abgesetzt werden.

Nachdem die Behandlung der Soorinfektion begonnen wurde, können die Beschwerden für ein bis zwei Tage schlimmer erscheinen, bevor eine Besserung eintritt. Die Mutter sollte ihre Brustwarzen nach jedem Stillen mit klarem Wasser abspülen und an der Luft trocknen lassen, da Soor in Milch und Feuchtigkeit gut gedeiht. Bis der Schmerz verschwindet, können folgende Vorschläge dazu beitragen, das Stillen weniger schmerzhaft zu machen:

  • häufigere, kürzere Stillmahlzeiten anbieten,
  • an der weniger schmerzhaften Seite zuerst anlegen (wenn es eine weniger schmerzhafte Seite gibt),
  • den Saugschluss des Babys unterbrechen, bevor es von der Brust genommen wird, indem sanft am Kinn des Babys oder an seinem Mundwinkel gezogen wird.
  • Soorpilze können sich an vielen Stellen (einschließlich in der Muttermilch) halten. Deshalb sollte sich die Mutter ihre Hände häufig waschen und die folgenden Vorsichtsmaßnahmen einhalten, um einen Rückfall zu vermeiden:

Das Baby kann mit abgepumpter Milch gefüttert werden. Die Milch, die während der Soorinfektion abgepumpt wurde, sollte jedoch nicht aufbewahrt und eingefroren werden. Einfrieren inaktiviert Hefepilze, tötet sie aber nicht ab. Daher kann eingefrorene Milch, die das Baby nach der Behandlung erhält, einen Rückfall verursachen.
Wenn das Baby einen Schnuller bekommt, müssen sie einmal täglich für 20 Minuten lang ausgekocht werden, um die Soorerreger abzutöten. Nach einer Behandlungsdauer von einer Woche sollten sie weggeworfen und neue gekauft werden.
Wird eine Milchpumpe benutzt, müssen alle Teile, die mit der Milch in Berührung kommen (mit Ausnahme der Gummidichtungen), täglich ausgekocht werden.
Einmalstilleinlagen sollten nach jedem Stillen weggeworfen werden. Stilleinlagen aus Stoff sollte die Mutter nach jedem Stillen wechseln und erst wieder benutzen, nachdem sie in heißem Wasser gewaschen wurden.
Ist das Baby bereits alt genug, um mit Spielsachen zu spielen, muss alles, was es in den Mund nehmen kann, häufig mit heißem Wasser abgewaschen werden, um eine erneute Infektion und ein Weiterverbreiten der Infektion an andere Kinder zu verhindern.
Männer können mit Soor infiziert sein, ohne Beschwerden zu haben. Soorinfektionen können durch Geschlechtsverkehr zwischen Mann und Frau hin- und herübertragen werden und von Kind zu Kind, wenn sie die gemeinsamen Spielzeuge in ihren Mund stecken oder beim Tandem-Stillen. Tritt der Soor immer wieder auf, nachdem bei Mutter und Baby zwei komplette Behandlungen durchgeführt wurden, kann es sein, dass die ganze Familie gleichzeitig behandelt werden muss.

2 thoughts on “Soor und Stillen – Geht das?

  1. ich stille, baby ist 7 wochen alt. nun hab ich einen hautausschlag an brust und armen bekommen. kann das einen soorinfektion sein, vom baby übertragen? baby hat keine anzeichen.

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