Stillen – aber nur mit positiven Gedanken

Stillen – aber nur mit positiven Gedanken

Wer das erste Mal Mutter wird, der hat in der Schwangerschaft wahnsinnig viel Zeit um sich über alles Gedanken zu machen. Darüber, wie die Geburt werden soll. Wie das neue Leben aussehen könnte. Welche Dinge einem beim Kind wichtig sind und welche eher nicht. Ich zumindest bin jemand, der sehr viel Zeit damit verbringt über das, was da kommen wird nachzudenken. Und dabei ist ein sehr wichtiger Punkt für mich das Stillen: Ich möchte unheimlich gerne stillen, nicht nur, weil ich glaube, dass es das Beste für das Baby ist, sondern auch, weil ich so oft gehört und gelesen habe, dass Stillen auch wundervoll für die Mutter sein kann.

Sein kann. Denn auf der anderen Seite liest man nicht selten Horror-Geschichten von wunden Brustwarzen, Milchstau und zu starken Schmerzen beim Stillen (die auch nicht besser werden). Oder von Frauen, die nicht stillen können, weil sie nicht genug Milch haben. Und die dann noch unter Druck geraten, weil es in den Augen vieler immer die Schuld der Mutter ist, wenn etwas nicht so klappt, wie es eigentlich sollte.

Eine Zeit lang hat mich dieses Thema wirklich stark beschäftigt und meine Gedanken waren dabei nicht immer positiv. Doch gerade dieser Druck, den man sich selber macht, ist in vielen Fällen total hinderlich und führt dann dazu, dass tatsächlich etwas nicht so toll läuft. Darum habe ich für mich geschaut, welche Gedanken, Artikel, welches Wissen mir hilft, diesen Druck zu mindern. Diese möchte ich im Folgenden kurz vorstellen. Falls du in einer ähnlichen Situation bist, kannst du vielleicht auch etwas für dich daraus mitnehmen.

Information – ja, Informationsflut – nein

In Zeiten des Internets wird man manchmal mit Infos gar überflutet. Kommen dann noch die persönlichen Berichte von Freundinnen oder Verwandten dazu, dann kann das ganz schnell ein Zuviel an Informationen werden.

Was mir da hilft, ist zu selektieren: Welche Informationen tun mir gut, welche kann ich gebrauchen und welche nicht? Das bedeutet auch mal zu sagen, dass man eine Geschichte gerade nicht hören möchte oder dass man einen Artikel ungelesen wieder schließt. Das bedeutet nicht unbedingt, dass man negative Berichte gar nicht mehr liest oder hört, sondern eher, dass man die aussortiert, die einem keinen Mehrwert bieten. Ob und was einem Mehrwert bietet ist dabei immer eine persönliche Entscheidung.

Stillen – Vorbereitung schaffen

Auf das Stillen kann man sich im Grunde nicht vorbereiten. Wenn man mag, kann man die Brüste kalt abduschen und ausstreichen, wirklich imitieren wie es sich anfühlen wird ein Baby zu stillen, kann man jedoch nicht.

Mir ist es tatsächlich wichtiger mich „mental“ vorzubereiten. Das heißt für mich: Positive Gedanken machen. Statt voller Zweifel an die Sache ranzugehen, mir selbst zu sagen, dass es klappen wird. Dass ich und mein Baby das können. So eine positive Einstellung ist zwar nichts Greifbares, bewirkt aber unheimlich viel und sollte nicht unterschätz werden.

Anlaufstellen kennen

Viele Frauen haben am Anfang einen holprigen Sill-Start. Gerade weil das nicht ungewöhnlich ist, gibt es viele Anlaufstellen, an die Frau sich in diesem Fall wenden kann. Mir hat es geholfen zu schauen, wo ich in meiner Region Hilfe finden könnte. Ob es Stillgruppen gibt, die man besuchen kann und ob es eventuell eine Stillberatung oder Ähnliches in der Nähe gibt. Auch wenn ich all das nicht in Anspruch nehmen muss, dass Wissen, dass ich im „Ernstfall“ nicht alleine dastehe und weiß an wen ich mich wenden kann, beruhigt mich sehr.

Vertrau’ in dein Baby

Babys sind dafür gemacht gestillt zu werden. Und weil das überlebenswichtig für Babys war, hat die Natur es so eingerichtet, dass Babys viele Voraussetzungen mitbringen und instinktiv ganz viel richtig machen, wenn es ums stillen geht. So sorgt zum Beispiel der Saugreflex dafür, dass Babys an der Brustwarze automatisch anfangen zu trinken. Klar kann auch das Baby Start-Schwierigkeiten haben, aber in den meisten Fällen sind gute Grundvoraussetzungen gegeben.

Ich bin mittlerweile tatsächlich viel entspannter und kann die letzten Wochen meiner Schwangerschaft genießen (soweit das mit dem größer werdenden Bauch möglich ist). Ich freue mich sehr auf dieses Baby und unsere Still-Zeit. Und sollte es doch nicht so gut klappen wie erhofft, dann weiß ich wo ich Hilfe finde und habe mir einige Artikel gespeichert, die vielleicht hilfreich sein könnten.


Gastartikel geschrieben von Nele Hillebrandt

Gastautorin stellt sich vor

Ich bin Nele, 27 Jahre alt, Erzieherin, Bachelor-Psychologin und derzeit schwanger mit dem ersten Kind. Auf faminino.de schreibe ich über Kinderwunsch, Schwangerschaft und demnächst auch die Zeit mit Kind. Auf dem Blog findest du persönliche Erfahrungsberichte von mir, im Magazin umfassende Ratgeber und interessantes aus Psychologie und Pädagogik.

One thought on “Stillen – aber nur mit positiven Gedanken

  1. Bei vielen klappt es nicht auf Anhieb und da macht eine Stillberatung durchaus Sinn. Bei mir war es sogar so das ich meine Brustwarzen einer Lasertherapie unterziehen musste, weil diese so Wund waren 🙁 Dennoch hat schlussendlich alles geklappt und meine Tochter ist gesund und munter. Im Endeffekt zählt nur das 🙂

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