Stillprobleme? Es gibt fast immer eine Lösung!

Es bringt nichts, wenn du dich entmutigen lässt, wenn das Stillen nicht gleich so gut klappt. Die meisten Mütter stellen sich das Stillen so einfach vor, aber am Anfang ist alles neu, du musst dein Kind erst kennenlernen und lernen ein Team zu bilden. Da kommt es häufig zu Missverständnissen, die das Stillen behindern. Durch Stress z.B. entstehen viele Probleme, weil du nach dem duschen immernoch den Bademantel anhast und feststellst, dass der Haushalt noch nicht aufgeräumt ist. Vielleicht auch, weil du mittags noch im Pyjama herumläufst oder weil die Nachbarin gleich vorbeikommen wollte. Am besten ist, wenn du bei all deinen Tätigkeiten gelassen bleibst und dir für’s Stillen so viel Zeit nimmst, die du und das Kleine benötigt. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich versichern: Sobald ihr die Anfangsschwiergkeiten gemeistert habt, folgt oft eine glückliche und problemlose Stillzeit. Hier zur Hilfe eine kleine Übersicht:

Der Milcheinschuss macht Beschwerden

Kühle Auflagen,  z.B. mit Quark oder Weißkohl, verschaffen Linderung bei einer geschwollenen, heißen oder sogar schmerzenden Brust. Unbedingt das Baby häufig anlegen! Sollte das Baby Schwierigkeiten haben, die pralle Brust zu fassen, einfach vor dem Anlegen etwas Milch aus der Brust ausstreichen, um die Brust weicher zu machen.

Der Milchstau – die Ursachen

Die Brust wird hart und schmerzt, wenn die Muttermilch irgendwo in deiner Brust nicht weiter fließen kann. Die häufigste Ursache dafür ist, wenn die Brust vom Baby nicht “vollständig” geleert wird. Schnelle Abhilfe schafft häufigeres Anlegen. Dabei solltest du genau prüfen, ob das Baby die Brustwarze und einen Großteil des Warzenhofes mit den Lippen umschließt, denn nur so kann die Brust richtig entleert werden. Es können aber auch körperliche oder seelische Belastungen an einem Milchstau beim Stillen oder auch beim Abstillen schuld sein. Viel Ruhe für dich selbst und dein Baby hilft, dass sich die Brust wieder “entspannen” kann.

Der Milchstau – erste Hilfe

Du solltest dich sofort mit deiner Hebamme in Verbindung setzen, wenn du einen Milchstau hast. Diese kann am besten beurteilen, was die Ursache ist und hilft dir dann sicher gern. Allerdings kannst du schon selbst einiges gegen die Schmerzen tun: gehe duschen und streiche die harten Stellen vorsichtig aus – nicht drücken!! Danach kannst du die Brust z.B. mit Quark aus dem Kühlschrank kühlen. Bitte achte darauf, die Brustwarzen auszusparen und lege keinesfalls Eis auf die Brust. Die Brust nun optimal zu leeren, ist sehr wichtig bei einem Milchstau! Dazu legst du dein Baby einfach häufig an und wechselst öfter einmal die Stillposition. Dafür ist die Seiten- bzw. Fußballhaltung sehr gut geeignet. Am besten kannst du gegen die harten Stellen in der Brust vorgehen, wenn du dein Kind so anlegst, dass der Unterkiefer beim Saugen in Richtung Schmerz zeigt. So wird die Brust gleich an der richtigen Stelle entleert.

Brustentzündung

Ein Milchstau, der nicht sofort behandelt wurde oder auch Bakterien an wunden oder blutigen Brustwarzen können zu einer schmerzhaften Brustentzündung werden. Die Symptome sind dann ähnlich wie bei einer Grippe: Kopf- und Gliederschmerzen und leichtes Fieber können Reaktionen des Körpers sein. Im weiteren Verlauf steigt das Fieber und die Brust wird heiß, rötet sich und schmerzt. Eine Brustentzündung muss umgehend in ärztliche Behandlung. Mit stillgeeigneten Medikamenten und konsequenter Bettruhe sind die Heilungsaussichten optimal.

Was tun bei wunden Brustwarzen?

Wenn dein Baby nur an der Brustwarze saugt und nicht gleichzeitig einen Großteil des Warzenhofes mit in den Mund nimmt, wird die Brustwarze zu sehr beansprucht und dadurch wund. Wenn sie nach dem Stillen verformt ist, kann man davon ausgehen, dass etwas mit der Anlegetechnik oder Saugposition nicht stimmt. Viele Frauen haben sehr empfindliche Brustwarzen und wenn diese dann schmerzen, wund, rissig oder blutig sind, zögere nicht und frage deine Hebamme um Rat. Denn die Schmerzen sind meist dann am größten, wenn dein Baby saugt.

Meine Empfehlungen:

  • Viel Luft an die Brust lassen
  • Nach dem Stillen ein paar Tropfen Muttermilch ausstreichen und auf der Brustwarze trocknen lassen. Muttermilch ist ein ideales Heilmittel
  • Die Brustwarze schonen. Das Baby aus der Brust nur kurz saugen lassen, die restliche Milch ausstreichen.
  • Wenn die Schmerzen zu stark sind, kannst du mit Absprache deiner Hebamme auch ein Brusthütchen nutzen.
  • Auch der Einsatz einer Milchpumpe kann dir Erleichterung verschaffen. Durch die Regulierung der Saugkraft wird ein sanftes Abpumpen ermöglicht und die Brustwarze geschont

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