Teil 1: Exklusiv-Interview mit Hebamme Christina Hinderlich

Bei unserem Besuch des Weleda-Workshops hatten wir die einmalige Gelegenheit ein Exklusiv-Interview für euch mit der bekannten Hebamme Christina Hinderlich zu bekommen. Hier bitteschön:

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– Frau Hinderlich, was ist das besondere, einzigartige an Ihrer Arbeit?
Antwort: Besonders schön ist die tägliche Auseinandersetzung / Begegnung mit neuem Leben, ich schöpfe dadurch Kraft denn die kleinen Kinder besitzen sehr viel Power und Energie. Außerdem sind wir Hebammen bei Geburtshilfen zu Gast im schönsten Moment einer jungen Familie.

– Was sagen Sie zur aktuellen Hebammen-Petition?
Da die Petition abgeschlossen ist, müssen wir nun sehen wie die Regierung damit umgeht. Die hohe Anzahl an Teilnehmern hat gezeigt, dass sehr viele Menschen die Hebammenarbeit als wichtig einschätzen. Eine Verhandlung der neuen Gebührenordnung mit der Krankenversicherung endete aber mit einem schlechtem Ergebnis, so dass Hebammen nur etwas mehr verdienen werden. Daher sind wir auch noch stärker auf die Unterstützung der Menschen angewiesen, um die Arbeit der Hebamme zu würdigen.

– Werden viele Kinder zu Hause geboren?
Die Rate der außerklinischen Geburtshilfe (umfasst Hausgeburt, Geburtshaus und Praxisgeburten) liegt seit vielen Jahren bei zwei Prozent. Schätzungsweise sind etwa ein Prozent reine Hausgeburten.

– Wie lange dauert eine Geburt durchschnittlich?
Im Normalfall zwischen zwölf und achtzehn Stunden. Beim zweiten Kind dauert eine Geburt etwa acht Stunden, danach pendelt sich der Durchschnitt zwischen sechs bis acht Stunden ein.

– Was kann die Kontraktionen fördern?
Vor der Geburt können Rosmarinbäder die Geburt fördern. Während der Geburt kann außerdem die Hebamme unterstützen, denn Sie kennt in der Regel die werdende Mutter. So können Maßnahmen individuell abgestimmt werden.

– Was kann ich gegen starke Nachwehen tun?
Hier ist die individuellen Begleitung der Mutter durch die Hebamme gefragt, deshalb können wir dazu keine Pauschale aussage machen.

– Wie kann ich eine KS-Narbe nachbehandeln?
Ich habe gute Erfahrungen mit der Verwendung von reinem Rosa Mosqueta-Öl gemacht, da es die Wundheilung fördert und dafür sorgt dass nur eine feine Narbe zurück bleibt.

– Sind Beckenbodenübungen sinnvoll?
Unbedingt, sogar das ganze Leben lang! Der Beckenboden ist eine Körperregion, die für physischen und psychischen Halt sorgt. Auf der körperlichen Ebene werden die Organe durch die Beckenbodenmuskulatur an ihrem optimalen Platz gehalten. Ist die Beckenbodenmuskulatur untrainiert kann es besonders im Alter zu Harninkontinenz und Gebärmuttervorfällen kommen. Beim Mann sorgt eine stabile Beckenbodenmuskulatur dafür, dass die Prostata an ihrem vorgesehenen Platz bleibt und es nicht zu Störungen beim Wasserlassen kommt. Die meisten Hebammen können zum Thema Beckenbodengymnastik weiterhelfen. Hebammen finden Sie unter www.hebammensuche.de.

– Was empfehlen Sie einer Frau, die zu Ihnen kommt und nicht weiß, ob sie stillen soll oder nicht?
Muttermilch ist die natürlichste Nahrung für ein Kind, daher gehe ich mit der Frau in ein individuelles Gespräch und schaue ob Stillen für sie passen könnte. Ich versuche ihr die Unsicherheit zu nehmen und kläre Sie über das Stillen auf. Aber letztlich liegt diese private Entscheidung alleine bei der Frau.

– Verhütung und Stillen? Was tun?
Stillen schützt nicht vor einer erneuten Schwangerschaft, daher ist es ratsam zu verhüten, wenn kein weiterer Kinderwunsch besteh. Allerdings nicht hormonell, da dies die Zusammensetzung der Muttermilch negativ beeinflussen kann.

Es gibt noch einen 2. Teil des Exklusiv-Interviews. Schaut einfach wieder vorbei, um ihn nicht zu verpassen.

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