Unterschied: Saugen an der Brust – Saugen an der Flasche

Baby

Um die Brust “auszumelken”, müssen Kiefer und Zunge des Babys in einem gut abgestimmten Rhythmus zusammenarbeiten:

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  1. Um die Brust zu erfassen, muss das Baby den Mund weit öffnen wie zum Gähnen, so dass es die Brust weit in seinen Mund nehmen und die Warze nicht durch Kieferbewegungen verletzen kann.
  2. Die Zahnleisten des Babys pressen die Milchseen, die unter dem Warzenhof liegen, zusammen. Wenn es seine Kiefer öffnet, füllen sich die Milchseen erneut mit Milch.
  3. Die Zungenspitze des Babys liegt auf der unteren Zahnleiste und umfasst die Brust in rhythmischen Bewegungen gegen den Gaumen, wobei die Brustwarze und der Brustwarzenhof in die Länge gezogen werden. Anschließend senkt sich der hintere Teil der Zunge nach unten und bildet einen Kanal für die Milch, die aus der Brustwarze fließt. Das Baby schluckt und atmet.
  4. Die “aufgeschürzten” Lippen des Babys umschließen die Brust und bilden einen luftdichten Abschluss.
  5. Wenn das Baby angelegt wird, saugt es zuerst rasch, um die Milch zum Fließen zu bringen. Nachdem der Milchspendereflex eingesetzt hat, wird das Saugen langsamer. Dies ist das Nahrungssaugen. Zuerst schluckt das Baby nach einer oder zwei Saugbewegungen, gegen Ende der Mahlzeit nach vier oder fünf Saugbewegungen.

Beim Füttern mit der Flasche ist der Mechanismus anders:

  1. Um den Gummisauger zu fassen, braucht das Baby den Mund nicht weit zu öffnen. So kann es sich daran gewöhnen, den Mund nur zum Teil zu öffnen und beim Stillen dann zu wenig von der Brust in den Mund zu nehmen. Dies führt zu Verletzungen der Brustwarze; gleichzeitig werden die Milchkanäle nicht richtig zusammengepresst und entleert. Das Baby kann sich an den langen und festen Sauger gewöhnen, da dieser sofortiges Saugen auslöst, wenn er die Stelle zwischen hartem und weichem Gaumen berührt. Das Baby saugt dann vielleicht an der Brust weniger bereitwillig, da diese weicher ist.
  2. Um aus dem Flaschensauger Milch zu erhalten, muss das Baby seine Kiefer nur wenig bewegen.
  3. Die Zunge des Babys kann den starren Sauger nicht “ausmelken”. Wenn es nachher an die Brust gelegt wird, reicht die schwache Zungenbewegung nicht aus, um die Milch wirkungsvoll auszudrücken. Beim Flaschensauger lernt das Baby möglicherweise, seine Zunge nach oben und nach vorne zu stoßen, um den Milchfluss zu verlangsamen, damit es schlucken und atmen kann. Wenn es das an der Brust macht, schiebt es dabei die Brustwarze aus dem Mund.
  4. Das Baby schließt seine Lippen um die “künstliche Brustwarze”. Wenn es dies beim Stillen macht, wird dabei die Warze der Mutter mit dem Kiefer eingeklemmt. Da dies schmerzhaft für die Mutter ist, wird dadurch der Milchspendereflex verzögert.
  5. Sobald dem Baby ein Sauger in den Mund geschoben wird, fängt die Milch zu tropfen an – schneller, wenn die Flasche steil gehalten wird und langsamer, wenn man sie flach hält. Wird das Baby dann wieder an die Brust gelegt, ist es verwirrt, wenn die Milch nicht sofort fließt.

Bei Neugeborenen kann sich eine Saugverwirrung entwickeln, wenn sie nicht imstande sind, beide Saugarten beherrschen zu lernen. Diese Verwirrung kann zu unwirksamen Saugen an der Brust führen. Es gibt Babys, bei denen dies schon nach einer einzigsten Flasche eintreten kann, vor allem in den ersten Wochen. Insbesondere schläfrige Kinder und solche, die nur schwach saugen, neigen eher zu einer Saugverwirrung. Wenn die Benutzung von Flaschen (künstlichen Saugern) vermieden wird, bis das Baby wenigstens 4 bis 6 Wochen alt ist, gibt dies dem Baby Zeit, richtig an der Brust trinken zu lernen und die Milchproduktion in Gang zu bringen. Falls ein Baby vor diesem Alter Zusatznahrung erhalten muss, sollte sie z.B. mit einem Löffel, einem kleinen Glas oder Becher, einer Plastikspritze, einer Pipette, durch Fingerfütterung oder mit einem Brusternährungsset gegeben werden.


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2 thoughts on “Unterschied: Saugen an der Brust – Saugen an der Flasche

  1. Empfängnisverhütung · Edit

    Was haltet ihr von künstlicher Muttermilch? Eine bekannte hat sich dazu entschlossen ihr Baby nur damit zu versorgen, ich halte jedenfalls nicht viel davon, könnte mir sogar vorstellen dass es dem Kind schadet.

  2. Künstliche Muttermilch? Du meinst bestimmt Ersatznahrung.

    Künstliche Säuglingsnahrung ist nicht gleichwertig mit Muttermilch!

    Ob es dem Kind schadet? Da gibt es bestimmt diverse Studien….

    LG
    Gianna

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