Der Hop-Tye von Hoppediz

Der Hop-Tye von Hoppediz

Der Hop-Tye von Hoppediz ist eine Tragehilfe, die aus Tragetuchstoff gefertigt wird. Der Aufbau ist dem Mei Tai, der traditionellen asiatischen Tragehilfe, sehr ähnlich. Wie ein Tragetuch muss auch der Hop-Tye bei jedem Tragebeginn neu gebunden werden, durch die vorgefertigte Form werden die Bindeschritte aber vorgegeben, man kommt daher schneller und einfacher zum Ziel, als beim Tragetuch. Die meisten Mei Tais sind eher schlicht gehalten, der Hop-Tye hingegen liefert einige, gut durchdachte, zusätzliche Features.

 

Die langen Schulterbänder des Hop-Tyes sind absichtlich nicht gepolstert, sie sind aus breitem Tragetuchstoff, wodurch sie sich optimal und flexibel an den Körper des Tragenden anpassen. Der Hop-Tye passt kleinen, schlanken, aber auch großen und kräftigen Personen. Es gibt verschiedene Bindetechniken, die man je nach Alter des Kindes und/oder nach Geschmack binden kann. Die Schulterbänder lassen sich auf dem Rücken oder der Brust kreuzen, so verteilen sie auch das Gewicht eines größeren Kindes noch sehr gut. Ganz kleine Babys kann man mit Hilfe der Schulterbänder bei der Bindeart „mit Hose“ auch noch seitlich abstützen. Bei größeren Babys führt man die Schulterbänder für mehr Bewegungsfreiheit unter den Beinen des Babys entlang.

Die Bänder, welche um die Hüfte gebunden werden, sind gepolstert, dadurch rollen sie sich nicht versehentlich zusammen und schneiden nicht ein.
An den Schulterbändern befinden sich kleine Laschen, an denen man die am Hop-Tye befindliche Kopfstütze für das Baby befestigen kann. Ist das Baby eingeschlafen, hält die Kopfstütze den Kopf sicher am Körper des Tragenden. Durch den Tunnelzug an den Bändern kann die Kopfstütze auch bei der Verwendung als Rückentrage einfach und ohne fremde Hilfe hochgezogen und fixiert werden.

Im Nackenbereich befindet sich zudem ein Tunnelzug für die Feineinstellung, so kann der Kopf des Babys stets individuell und optimal gestützt werden. Die Kopfstütze kann zur Unterstützung des Nackens eingerollt und fixiert werden.

Der Steg des Hop-Tye ist stufenlos verstellbar (ebenfalls durch Tunnelzug) und bietet eine variable Stegbreite von 20 bis 40 cm. Wenn der Steg bei größeren Kindern zu schmal wird, lässt er sich mit Hilfe der Schulterbänder verbreitern. Die Kopfstütze eignet sich bei größeren Traglingen auch zur Verlängerung des Rückenteils.

An den Seiten ist der Hop-Tye gerafft, so umschließt er das Baby noch besser.

Material

Der Hop-Tye wird aus Tragetuchstoff gefertigt, ein paar wenige Kunststoffknöpfe dienen zur Fixierung. Schnallen, Reißverschlüsse oder Metall sind nicht verarbeitet. Das Material wurde im Ökotest 12/11 mit der Bestnote „sehr gut“ bewertet. Insgesamt schnitt der Hop-Tye beim Ökotest mit „gut“ ab. Die Hop-Tyes werden limitiert und modernen Mustern hergestellt.

Eignung (Altersklassen)

Geeignet ist der Hop-Tye für die gesamte Tragezeit, d.h. für jedes Alter. Bei kleinen Neugeborenen ist das Binden sehr kniffelig, aber mit etwas Übung möglich, eventuell muss man etwas abwarten, bis das Kind ein Gewicht von ca. 4 kg hat. Nach oben hin sind kaum Grenzen gesetzt, der Hop-Tye ist sehr gut verarbeitet und durch die breiten Bänder bietet er viele Bindemöglichkeiten. Das Gewicht wird optimal auf den Oberkörper des Tragenden verteilt, sodass sich auch größere und schwerere Kinder noch gut tragen lassen.

Bilder mit Traglingen unterschiedlichen Alters

Das Baby auf diesem Bild ist wenige Tage alt, hat ein Gewicht von ca. 3kg und ist etwa 50 cm groß. Bei so kleinen Babys müssen die Schulterbänder zur seitlichen Abstützung als „Hose“ gebunden werden. Dies erfordert Geschick, funktioniert mit etwas Übung aber sehr gut und stützt das Neugeborene optimal.

Das Baby auf diesem Bild ist 7 Monate alt und wiegt ca. 8,5 kg. In diesem Alter hat man die meisten Möglichkeiten mit dem Hop-Tye, jede Bindevariante ist in diesem Alter möglich. Hier habe ich die Schulterbänder unter den Beinen und unter dem Po des Babys entlang geführt. Das Baby hat so etwas mehr Armfreiheit als bei der Bindevariante mit Hose. Die Schulterbänder könnte man aber auch über den Beinchen entlang führen.

Der Junge auf diesem Bild ist 2 Jahre alt und passt auch noch sehr gut in den Hop-Tye. Die Hose als Verbreiterung ist noch kein Muss, dient aber der Bequemlichkeit für das Kind und bietet mehr Halt, als bei der Führung der Bänder unter den Beinen.

Der Junge auf diesem Bild ist fast 4 Jahre alt, 16,5 kg schwer und 97 cm groß. Das ist bereits eine Größe, bei der man die „Hose“ zur Unterstützung der Beine und als Stegverbreiterung binden muss. Das Rückenteil reicht nur noch unter die Arme. Die Kopfstütze kann in diesem Fall noch als Rückenteil-Verlängerung eingesetzt werden. Den Kopf kann man in diesem Alter mit dem Hop-Tye nicht mehr stützen, allerdings schlafen Kinder in dem Alter beim Tragen auch nicht mehr, oder nur selten ein.

Das folgende Bild zeigt ein eher ungewöhnliches Experiment mit einem XXL Tragling. Das Mädchen ist zu diesem Zeitpunkt 6 Jahre alt, 1,20 m groß und 25 kg schwer. Eine Stunde habe ich sie so getragen, keine Naht und kein Knochen sind gekracht. Der Hop-Tye hat auch diesen Test bestanden! Der Tragling meint: „voll bequem“.

Vorteile

Der Hop-Tye bietet die Vorteile des Tragetuches, d.h. er passt sich sehr gut an die verschiedenen Größen der Kinder und Figuren der Tragenden an, lässt sich aber durch seine vorgefertigte Form etwas einfacher binden. Für Einsteiger ist er eine gute Wahl, da die Bindeweisen recht einfach sind und im beiliegenden Heft sehr gut und Schritt für Schritt erklärt werden.

Der Hop-Tye ist günstiger, als so mancher Konkurrent und das macht ihn auch zu einer echten Einstiegstragehilfe oder Zweittragehilfe.

Nachteile

Nachteil ist (wie auch beim Tragetuch), dass die Tuchenden beim Binden den Boden berühren, je nach Wetter hat man dann ein nasses oder schmutziges Tuchende. Das Halten der Bänder beim Binden ist zwar möglich, aber doch nur etwas für Geübte. Wie beim Tragetuch muss man zu Beginn etwas Zeit investieren, bis man die Technik drauf an. Besonders bei sehr kleinen Babys benötigt man etwas Übung beim Binden. Die Anleitung hilft dabei aber sehr. Besonders empfehlenswert ist die Beratung bei einer Trageberaterin, die Kosten sind überschaubar und man lernt den Umgang mit der Tragehilfe sehr schnell und fehlerfrei.

Ein Beitrag von Patricia Smit

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