3 größten Irrtümer bei der Kindererziehung

3 größten Irrtümer bei der Kindererziehung

Gute Eltern zu sein, ist vor allem für junge Pärchen ein großes Problem, da dieser Lebensabschnitt eine komplett neue Erfahrung für sie ist. Obwohl es allerdings alle Arten von Erziehungsratgeber bei der Kindererziehung gibt, trägt das noch lange nicht dazu bei, dass die Kinder beispielsweise an der Kasse am Supermarkt oder bei einem Restaurantbesuch nicht unangenehm auffallen. 

Kinder sind, genau wie ihre Eltern, sehr individuell und können nicht so ohne weiteres in ein bestimmtes Erziehungsschema eingestuft werden, was natürlich auch nicht bedeutet, dass man ihnen deshalb alles durchgehen lassen muss. Besonders schlimm wird dann die sowieso schon komplizierte Situation rund um die Kindererziehung, wenn sich dann auch noch die Großeltern einmischen und uns gutgemeinte Ratschläge von längst vergangenen Zeiten geben.

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Kindererziehung ist schon seit Jahren ein heißumstrittenes Thema, da mittlerweile immer mehr Kinder und Jugendliche als besonders schwierig eingestuft werden und die Eltern auch zunehmend verunsichert sind. Viele Fehler lassen sich aber schon von Anfang an richtigstellen, weshalb wir Dir hier die größten Irrtümer bei der Kindererziehung etwas genauer erklären.

Die typischen Irrtümer bei der Kindererziehung

Irrtum 1 – Kinder zum Essen überlisten

In vielen Haushalten gibt es zur Essenszeit sehr viele Probleme, da unsere Sprösslinge beispielsweise kein Fleisch oder kein Gemüse mögen. Manche Mütter kaufen sich deshalb sogar spezielle Ratgeber, wie sie ihre Kinder mit allen möglichen Tricks zum Essen überlisten können oder haben schon zur Vorsorge ein anderes Menü parat. Man sollte sich unbedingt klar sein, dass bei den Essgewohnheiten Grenzen gezogen werden müssen. Je mehr übertriebene Mühe man sich als Eltern macht, die Kinder zum Essen zu überzeugen, desto schlimmer wird es auch, abgesehen davon, dass sich das Gemecker am gedeckten Tisch sowieso sehr schnell auf den Magen schlägt. Eltern bestimmen wann und was die Kinder essen sollen, wer für Extrawürste sorgt, ist selber schuld. Es liegt dann an jedem Kind selber ob sie  davon essen möchten oder nicht und in welchen Mengen. 

Irrtum 2 – Nur keine Langeweile aufkommen lassen

Die meisten Eltern sind der Meinung, dass gelangweilte Kinder so ziemlich das Schlimmste sind, was ihnen passieren kann. Allerdings handelt es sich auch bei dieser Aussage um einen Irrtum. Sicherlich fallen die Kids am Abend todmüde ins Bett, wenn sie über den Tag mehr oder weniger künstlich auf Trab gehalten werden und wir mit ihnen ständig am spielen sind. Kinder benötigen auch Zeit für sich selbst und für ihre geistige Entwicklung. Sie müssen erst einmal lernen, dass sie sich durchaus auch selbst beschäftigen können und dazu keinen Elternteil als Alleinunterhalter benötigen. Klagen die Kids ganz verzweifelt über die schreckliche Langeweile, dann können sie auch ihr Zimmer oder ihre Spielsachen aufräumen. In der Regel beschäftigen sie sich dann ganz von alleine mit ganz anderen Sachen und haben die Langeweile auch sehr schnell wieder vergessen. Sie einfach vor dem Fernseher sitzen zu lassen, nur um Ruhe zu haben ist kein guter Weg, um bei Kindern ihre eigene Kreativität anzuregen.

Irrtum 3 – Loben und Belohnungen ist wichtig

Sicherlich ist ein Lob notwendig, allerdings kann ein Zuviel davon auch einen negativen Effekt bewirken. Es ist deshalb wichtig, dass wir zwar unsere Kinder loben, wenn sie beispielsweise ohne Aufforderung den Tisch gedeckt oder beim Abspülen geholfen haben, aber sie müssen auch lernen, dass es sich dabei um ganz normale Tätigkeiten handelt, die Eltern von ihren Kindern erwarten. Ansonsten werden sie sich nur dann nützlich machen wollen, wenn sie auf eine Belohnung warten, was natürlich auch nicht gerade der Idealfall ist. Loben ist wichtig um Vertrauen aufzubauen und den Kindern ein gutes Selbstwertgefühl zu übermitteln. Was die Belohnungen angeht, so sollten diese durchaus mehr als berechtigt sein, also nur in Ausnahmefällen. Wenn wir jetzt schon unsere Kinder für getätigte Aufräumarbeiten belohnen, werden sie bei schwereren Anforderungen auch höhere Ansprüche haben. Man muss Kinder nicht unbedingt Ködern, damit sie Aufgaben übernehmen. 

Lieber eine kaputte Ehe als eine Trennung wegen der Kinder

Viele Eltern sind übrigens der irrtümlichen Meinung, dass Trennungskinder viel schlechtere Chancen im Leben haben. Sicherlich ist es für solche Kinder nicht leicht, die Trennung der Eltern zu überwinden, egal in welchem Alter sie sind. Aber es gibt mittlerweile immer mehr Studien die belegen, dass Kinder in einer kaputten Ehe weitaus mehr unter psychischen Störungen leiden, als Trennungskinder. Grund dafür sind die täglichen Diskussionen, die sich in solchen Ehen meistens nicht vermeiden lassen und bei Kindern zu einem gefährlichen Stress führen können. Bei Trennungskinder sollte dann allerdings eine klare Strukturierung in Hinsicht auf die Besuchsrechte erfolgen. Für Kinder bricht meistens die Welt zusammen, wenn sich die Eltern trennen. Sie müssen also diese Situation erst einmal verarbeiten können, wobei sie unbedingt auf beide Elternteile angewiesen sind, um die verlorene Sicherheit wieder zu finden. Es ist ratsam, den Kindern zu zeigen, dass beide Eltern ständig für sie da sein können, auch dann, wenn sie nicht mehr zusammen unter einem Dach leben. Ansonsten lässt sich bei Kindern die Trennung der Eltern schneller überwinden, als dass sie jahrelang unter Eheproblemen und lauten Diskussionen leiden müssen.


Gastautor 

Philipp Egger ist ein professioneller Redakteur und ein erfahrener Content Manager bei Essayhilfe. Sie können auch ihn direkt über Facebook erreichen.

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