Kinder lieben Haustiere – Der Hund

Kinder lieben Haustiere – Der Hund

„Awauwau“ gehört mit zu den ersten Lauten, die ein Baby von sich gibt, während es aufgeregt und strahlend auf einen Hund zeigt. Egal, welcher Rasse zugehörig, ob groß oder klein – Hunde üben schon auf die Kleinsten eine große Faszination aus. Das Zusammenspiel von Kind und Hund kann sehr gut funktionieren, wenn dabei bestimmte Regeln beachtet werden.Es gibt drei Situationen, in denen Kinder auf Hunde treffen können:

  • Kinder begegnen fremden Hunden, zum Beispiel beim Spaziergang
  • Kinder bekommen einen Hund als Haustier.
  • Kinder werden in eine Familie hineingeboren, in denen es bereits einen Hund gibt.

Kinder treffen auf fremde Hunde

In diesem Fall sollten Eltern Vorbild sein und Ihren Kindern – spätestens wenn sie selbst laufen können – vermitteln, wie man mit fremden Hunden umgeht. Die meisten Kinder begegnen den Tieren zunächst einmal mit dem notwendigen Respekt. Leider vermitteln viele Eltern aber mit „Hab keine Angst“ – ebenso wie die Hundebesitzer mit dem klassischen „Der tut nichts, der ist ganz lieb.“ – den Kindern, dass sie falsch daran tun, eine natürliche Zurückhaltung zu zeigen. Stattdessen sollten Sie ihrem Nachwuchs lieber die folgenden Regeln vorleben und erklären. Damit wecken sie Verständnis für das Verhalten der Tiere:

  • Einem Hund darf man sein Futter nicht wegnehmen, außerdem sollte man ihn nicht beim Fressen stören.

Auch wenn Hunde heutzutage ihren Napf ganz einfach aufgefüllt bekommen, reagieren sie noch wie ihre Vorfahren, die Wölfe, nach mühevoller Jagd. Sie verteidigen ihre „Beute“ gegen jede Art von Störenfried. Jede Unterbrechung beim Essen betrachtet der Hund als Angriff auf sein Recht auf Futter. Er wird es deshalb mit Knurren und Beißen verteidigen.

  • Vor einem Hund darf man niemals davon laufen, auch wenn man Angst hat.

Hunde laufen und jagen gerne. Wenn etwas vor ihnen davon läuft, dann können sie nicht anders, sie müssen hinterher und es sich schnappen! Dieses Verhalten ist angeboren. Außerdem sind Hunde sehr schnell, so dass es sich ohnehin nicht lohnt, vor ihnen davon zu laufen. Deshalb gilt: Besser still und ruhig stehen bleiben, wenn ein Hund hinter Ihnen her oder auf Sie zugelaufen kommt. Man sollte den Hund dann freundlich ansprechen, ihn dabei aber weder berühren noch direkt in die Augen schauen.

  • Kein Hund ist wie der andere, deshalb sollte man jedem Hund erstmal vorsichtig begegnen.

Jeder Hund hat seine Eigenarten. Der eine ist verspielt und mag Kinder, der andere ist ängstlich und vorsichtig. Wer einen Hund kennen lernen möchte, sollte sich nicht auf ihn stürzen, sondern ihn von sich aus kommen lassen und an der Hand schnuppern lassen. Außerdem bietet es sich an, den Besitzer zu fragen, ob man den Hund streicheln darf.

  • Wer mit einem Hund spielt, sollte darauf achten, seinen Zähnen nicht zu nahe zu kommen.

Alle Hunde spielen gerne. Es gibt für sie nichts Schöneres, als etwas zu fangen oder zu erjagen, um es dann festzuhalten, spielerisch darum zu kämpfen und es zu verteidigen. Dabei kann es schon mal passieren, dass der Hund aus Versehen mit den Zähnen daneben schnappt. Falls der Abstand nicht groß genug war und er doch zuschnappt: laut „Aua“ rufen und still halten. Gut erzogene Hunde lassen dann los.

  • Greift ein Hund nach Ihnen, halten Sie still!

Das ist sicherlich nicht einfach, aber meistens will ein Hund nicht beißen, sondern nur etwas fest halten. Vielleicht hat er Angst und will nur die Hand festhalten, damit sie ihm nichts tut. Vielleicht haben Sie oder Ihr Kind ihn geärgert, ohne es zu wissen und nun will er zeigen, wer der Stärkere ist oder er will nur spielen und merkt nicht, dass er Sie verletzt. In jedem Fall darf man sich nicht bewegen, denn die Zähne stehen nach innen, so dass man an ihnen hängen bleibt, wenn man versucht, die Hand heraus zu ziehen. Etwas, das sich nicht bewegt, ist für den Hund uninteressant. Er wird loslassen.

  • Kinder sollen nicht versuchen, raufende Hunde zu trennen.

Die meisten Hunde spielen gerne mit anderen Hunden, daraus kann ein ernster Kampf werden. Der Hund konzentriert sich so stark auf den Gegner, dass er nicht mehr merkt, dass er eine helfende Hand beißt. Wenn zwei Hunde raufen, sollten Kinder zwei Erwachsene zu Hilfe rufen, da auch Erwachsene es meist nicht alleine schaffen.

  • Vermeiden Sie alles, was ein Hund als Bedrohung auffassen könnte.

Jeder Hund ist glücklich, wenn er in einer bestimmten Rangordnung leben darf und seinen zugewiesenen Platz hat. Hunde empfinden Kinder oft als Schwächere. Wenn ein Kind nun einen Hund bedroht, wird er versuchen, seine Stellung in der Rangordnung zu verteidigen. Wenn Kinder also einem Hund Angst machen, gibt es für ihn nur zwei Möglichkeiten: weglaufen oder kämpfen. Ein wütender Hund ist im Kampf kaum zu bremsen.

Als Bedrohung könnte er auffassen, wenn man sich ihm mit einem großen Gegenstand nähert, wenn man ihm etwas von seinem Fressen wegnimmt, wenn man ihn erschreckt oder ihn streichelt, ohne, dass er das will.

  • Einem Hund darf man nicht starr in die Augen schauen.

Das empfindet er als Drohung, denn wenn sich zwei fremde Hunde begegnen, ist das angeborene „Drohstarren“ ein wichtiges Kommunikationsmittel. Die beiden Hunde starren sich in die Augen, einer dreht den Kopf weg, der andere ist zufrieden, weil er sicher weiß, dass er in der Rangordnung höher steht. Beide Hunde sind froh, dass sie nicht kämpfen müssen. Wenn keiner den Kopf wegdreht, muss gekämpft werden.

  • Egal wie lieb ein Hund aussieht, zu ihm gehen sollten – vor allem Kinder- nur wenn es der Besitzer erlaubt hat.

Vielleicht hat der Hund, der ganz brav und niedlich vor dem Geschäft wartet, mit Kindern schlechte Erfahrungen gemacht und empfindet sie als Bedrohung.

  • Weder sollte man am Hundeschwanz ziehen, noch auf ihn treten.

Der Hundeschwanz ist ein wichtiges Kommunikationsorgan des Hundes, außerdem ist er sehr empfindlich. Deshalb mögen es die Vierbeiner gar nicht wenn man ihn anfasst. Stattdessen sollte man die Signale des Schwanzes deuten können, um den Hund besser zu verstehen.Wedeln bedeutet, dass der Hund sich freut. Ein eingeklemmter Schwanz heißt: „Vorsicht, ich habe vor etwas Angst.“ und ein hoch oder nach hinten gestreckter Schwanz: „Ich bin wütend, lass mich lieber in Ruhe!“

  • Wenn Kinder mit einem Hund spielen, sollte ein Erwachsener dabei sein.

Aus dem Spiel kann leicht Ernst werden. Vor Erwachsenen haben Hunde mehr Respekt als vor Kindern, deshalb wird er tun, was der größere und kräftigere Mensch sagt.

  • Hunde sollten gut behandelt werden.

Hunde haben ihre eigenen Bedürfnisse, die es zu respektieren gilt. Wenn sie schlafen wollen oder in Ruhe gelassen werden möchten, sollte man das beachten. Sie brauchen Zeit, neue Menschen kennen zu lernen, bevor sie von ihnen angefasst werden wollen. Hunde sollten beispielsweise auch nicht grundlos angeschrieen werden.

Wer im Umgang mit Hunden all diese Regeln des “Verbandes des Deutschen Hundewesens“ (VDH) beachtet und damit seinen Kindern vorlebt, dürfte mit „normalen“ Hunden keine Probleme bekommen.

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