Eltern und Kinderlose in zwei verschiedenen Dimensionen:

Kinderlose kennen die Welt um sechs Uhr morgens an einem Sonntag nicht.
Sie wissen nicht, wie es ist an einem Sonnabend schon um 19:45 uhr ins Bett zu gehen.
Sie kennen nicht das Gefühl der Panik, wenn ihnen bei einem Spaziergang eine leise Stimme zuflüstert: ” Ich muss groß “.
Sie wissen nichts von Monstern, die nachts unter dem Bett lauern und vertrieben werden müssen.
Sie ahnen nicht, dass man krakeliges Gewirr aus Strichen und Kreisen für wunderschön halten kann.
Sie kennen das beruhigende Gefühl nicht, wenn man leisen Atem spürt.
Sie wissen nicht, wie es ist, wenn sich bei Gefahr eine kleine Hand in die eigene schiebt.
Sie sind noch nie mit feuchten Honigbroten gefüttert worden.
Haben noch nie ein Pflaster auf eine wunde geklebt, die keine ist.
Sie kennen das Gefühl nicht, ein nasses, nacktes Kind in ein Badelaken zu wickeln und es an sich zu drücken.
Sie wissen nicht mehr, dass Haarewaschen unsagbar widerlich ist.
Sie haben vergessen, dass nichts besser schmeckt als Nudeln mit Ketchup.
Sie kennen den weißen Schimmer im Gaumen nicht, der ein Zahn wird.

Sie sind ausgeschlafen, gut.
Sie haben Zeit für sich, auch gut.
Sie müssen nicht die Giftnotzentrale anrufen und fragen, ob es schädlich ist, Sonnenmilch zu trinken.
Keine Gute-Nacht-Geschichten erzählen, keine blöden Kinderlieder singen und keine Sesamstrasse gucken.
Sie müssen niemals unmögliche Fragen beantworten.
Sie brauchen nicht Nächte durchzuwachen, weil jemand 40 Grad Fieber hat, der noch keinen Meter groß ist.
Sie brauchen nicht zu untersuchen, bewachen, verhindern, wiegen, messen, säubern, tragen und zu schaukeln.

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All das brauchen sie nicht.

All das dürfen sie nicht……

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6 thoughts on “Eltern und Kinderlose in zwei verschiedenen Dimensionen:

  1. Sie kennen den weißen Schimmer im Gaumen nicht, der ein Zahn wird.

    Ähem, falls ich mal Klugschei*en darf: Der Gaumen ist hinten im Hals das Zäpfchen. Da wächst sicherlich kein Zahn 😀

    Sie müssen nicht die Giftnotzentrale anrufen und fragen, ob es schädlich ist, Sonnenmilch zu trinken.

    Wie geil ist das denn?! Man musste ich lachen. als ich das gelesen habe 🙂

  2. “Kinderlose kennen die Welt um sechs Uhr morgens an einem Sonntag nicht.” Doch was ist mit den Kinderlosen, die eventuell auch gelegentlich Sonntagmorgen arbeiten müssen? Wie verhält es sich mit den Kinderlosen, die gerne Kinder haben möchten oder nicht mehr mit ihren kindern zusammenleben? Wie geht es den Kinderlosen, die sich an all das erinnern, weil sie es so wie jeder/jede andere auch selbst erlebt haben, als sie Kinder waren? Die Betonung des Unterschiedes zwischen Kinderlosen und Kinderreichen ist nicht unbedingt hilfreich, gegenseitiges Verständnis aufzubauen.

  3. … ich find deinen Brief sehr schön und er gibt auch mein eGefühle wieder….
    Das “ich muss mal…” nicht immer geflüstert bei der Mama ankommt, sondern schon auch mal ein durchs Restaurant gebrülltes “Mamaaaaaaaaaaa, ich muss kaaaacken” sein kann, das weiss jeder der mit Kinder zu tun hat.
    Und dass Eltern auch mal überreagieren, wenn der Zwerg die Sonnenmilch mit Joghurt verwechselt, das wissen alle, die mit Eltern zu tun haben…
    4 Jahre lang war mein kleiner Knopf das einzige Kind im Freundeskreis… und uns hat KEINER verstanden. Seit letztes Jahr haben wir … 8, nein mit Jonas 9 Zwerge in der Clique und mir haben schon ein paar unserer Freunde/innen gestanden, das sie jetzt das Gefühl haben, uns ganz schön unfair behandelt zu haben, weil wir mit unserem Kleinen nicht mehr so spontan sein konnten, oft mal über “Kinderthemen” geredet wurde, der Kleine fast immer dabei war und auch mal als störend empfunden wurde. Ausserdem geben sie jetzt zu, daß sie mich als Superglucke empfunden haben, wenn ich wegen dem Zwerg heimgegangen bin oder auch mal gesagt habe, da können wir wegen dem Kind nicht mitkommen usw….
    Ausserdem finde ich auch, daß man erst, wenn man selbst Kinder hat, wirklich beurteilen kann, wie sich das anfühlt, die schönen Situation und die peinlichen. Wie einen die Liebe überrollen kann und auch manchmal die Wut, wenn der Nachwuchs denkt die Grenzen sind noch lange nicht ausgereizt und sich in gefährliche Situationen bringt.
    Viel Spaß noch mit den Zwergen! LG

  4. …sie wissen nicht, wie das ist, wenn sich die Kinder so gar nicht positiv entwickeln und ihre Eltern irgendwann einfach nur noch *** finden. Sie brauchen sich im Alter nicht darüber zu ärgern, wenn die Kinder nicht anrufen (oder nur zum Geburtstag, oder nur wenn sie Geld brauchen). Sie brauchen sich nicht mit dutzenden anderer Eltern in der Nachbarschaft zu messen; brauchen nicht zu schauen, wer den besten/schönsten/teuersten Kinderwagen hat. Sie brauchen nicht wegzuschauen, wenn ihr Nachwuchs mal wieder was macht, was eigentlich nicht OK ist.

    Liebe Gianna, ihr Artikel ist ja wirklich nett, aber eben doch recht einseitig. Viele Eltern benutzen – meiner Meinung nach – das Kind doch nur als Mittel zum Zweck. Sei es, um ihr eigenes, langweiliges Leben anzureichern. Oder sei es, um sich oder der Umwelt irgendwas zu beweisen.

    Und ja, ich finde die Veränderungen, die bei Eltern oft stattfinden, ziemlich schlimm. Oft geht das sogar bis zur totalen Selbstaufgabe, weil man nicht in der Lage ist, auch mit Kind ein einigermassen normales Leben zu führen.

  5. Selten etwas Unsensibleres als diesen Text gelesen. Nicht jeder, der kinderlos ist, hat sich freiwillig dafür entschieden. Tut Eltern offenbar richtig gut, in diesen Wunden herumzubohren, gell?

    Kinder sind ein Geschenk, wer welche hat, sollte dafür dankbar sein, statt Kinderlosen gegenüber auf dem hohen Ross zu reiten, und sollte bei aller Euphorie mitunter doch noch sein Gehirn einschalten.

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